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Mord an Facundo Cabral: Signal an die Linke? | Drucken |  E-Mail
Guatemala
Sonntag, den 10. Juli 2011 um 16:55 Uhr

Trauer um Facundo Cabral: »Die menschliche Gesellschaft ist so schlecht wegen der Untaten der Bösen wie dem Schweigen der Guten.«Die guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú bezweifelt, dass die Ermordung des berühmten argentinischen Sängers Facundo Cabral tatsächlich auf das Konto des organisierten Verbrechens geht. Der 74jährige war am Freitag während einer Konzerttournee durch Guatemala bei einem Überfall auf sein Auto in der Stadt Trébol erschossen worden. Die guatemaltekischen Behörden vermuten jedoch, dass der Anschlag eigentlich dem Fahrer des Wagens gegolten habe, einem aus Argentinien stammenden Kulturunternehmer. Dieser war bei dem Attentat schwer verletzt worden.



Menchú war nach Bekanntwerden des Verbrechens an den Tatort geeilt. Sie habe Cabral schon in sehr jungen Jahren kennengelernt, gemeinsam mit ihnen bei privaten Treffen gesungen und mit ihm lange Zeit die selben Ideale geteilt, erklärte die Friedensnobelpreisträgerin von 1992. »Das ist ein politisches Verbrechen«, erklärte sie in Trébol. »Das ist eine Botschaft an die lateinamerikanische Linke und an uns alle, die die Realität des Kontinents zum Besseren verändern wollen« Das Verbrechen habe darauf gezielt, die internationalen Beziehungen Guatemalas zu schädigen und sei eine »Sabotage der Demokratie« gewesen. Sie forderte energische Ermittlungen durch die guatemaltekische Regierung und die Sicherheitsbehörden, damit die Täter »im Gefängnis verrotten«.

Unzählige Menschen kamen am Tatort zusammen, um Cabrals zu gedenken. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas war die Bestürzung gross. Staatschefs wie Rafael Correa, Hugo Chávez, Juan Manuel Santos oder Evo Morales äußerten ihre Trauer über den Verlust eines international berühmten Musikers.

Der 1937 geborene Cabral war in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen. Dies prägte bis zuletzt auch sein künstlerisches Schaffen. Während der Militärdiktatur in seinem Heimatland zwischen 1976 und 1983 mußte er Argentinien verlassen. Politisch war er nie organisiert, galt aber als dem Anarchismus nahestehend.

 

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Kommentare 

 
+2 #2 2011-07-12 13:07
ich stimme "guatemateco" da voll und ganz zu. nicht nur ist dieser text schlecht recherchiert sondern leider, so scheint mir, auch etwas voreilig geschrieben.
menchu ist links, okay, sie eilt zum tatort okay, sie mutmaßt über hintergrund und effekt den diese ermordung haben wird, okay. aber was daran ist fundiert? was sind indizien dafür das es mehr ist als eine vermutung? nichts. alles deutet darauf hin dass die tat nicht cabral galt, sondern dem fahrer des wagens, einem in gtm lebenden nicaraguanische n unternehmer. über die hintergründe ist NICHTS bekannt, menchu spekuliert und alle die abschreiben gleich mit. das ist gefährlich und sicher nicht gerade fördernd im bezug auf glaubwürdigkeit und methoden des schreibens.
schade.

viel wichtiger wäre es doch an dieser stelle auf die strukturelle gewalt. die täglichen morde und die nach wie vor nicht aufgearbeitete vergangenheit des landes zu verweisen in dem dieses jahr gewählt wird. die besten aussichten auf die präsidentschaft hat in diesem klima der, der hartes durchgreifen verspricht, aktuell ein ehemaliger militär der unmittelbar an der ermordung ganzer dorfgemeinden beteiligt war.
das cabral in diesem land, zu diesem zeitpunkt gestorben ist, ist tragisch. jeder getötete mensch ist einer zu viel.
gerade jetzt darf über diese tat nicht ohne den aktuellen kontext berichtet werden. dürfen medien die sich als kritisch verstehen sich in nicht in plumpen allgemeinplätze n "links-gegen-rechts" verlieren und polemiken die am ende nur zur verschärfung der lage beitragen reproduzieren.
gerade JETZT ist eine differenzierte, kritische UND bewusste berichterstattu ng die beste und nachhaltigste kraft die internationalen druck stärken und befördern kann.
verpasst diese chance nicht!
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+2 #1 2011-07-10 18:38
"in der Stadt Trébol" ?? es gibt keine Stadt namens Trébol in Guatemala - die Stadt in der Herr Cabral leider ermordet wurde heisst immer noch "Guatemala Ciudad" - die STRASSE in der sich der Vorfall ereignete, nennt sich "Blv. Liberación" und dieser ist in der Nähe des "Trébol", dieser Trébol ist jedoch keine Stadt sondern ein Verbindungsstüc k zweier wichtiger Straßen in Guatemala, welches von oben betrachtet wie ein Vierblattklee aussieht (Trébol = Klee)

Das dies ein "Signal an die Linke" sei ist nichts weiter als reine Spekulation.... Das land mag zwar von der Rechten dominiert und fest im Griff sein - das ändert aber trotzdem nichts an dem spekulativen Charakter dieser Aussage. Mit seriösem Journalismusm hat das wenig zu tun.

Anstatt dass die internationale Gemeinschaft was gegen die miserable Infrastruktur und dem mangelnden Zugang zu Bildung tut (oder die Guatematekische Regierung diesbezgl. unter Druck setzt) glaubt man hier wieder den Kampf zwischen Links und Rechts zu erkennen...
Guatemala war lange genug Bühne und Austragungsort zwischen rechter und linker Ideilogien und ist es immer noch - solche unfundierten Meldungen machen es aber leider nicht besser.
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