Samstag, 25. März 2017
Solidaritätsanzeige

Auf Einladung und Vermittlung der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam in Berlin ergab sich die Möglichkeit für ein Treffen des Internationalen Sekretärs der DKP, Günter Pohl, mit den Genossen Hoang Binh Quan, Abgeordneter der Nationalversammlung und Leiter der Kommission für Außenbeziehungen der KP Vietnams, und Bui The Giang, Generaldirektor der Abteilung Westeuropa und Nordamerika dieser Kommission. Das Treffen fand im Beisein der Botschafterin Dr. Nguyen Thi Hoang Anh in offener und herzlicher Atmosphäre statt.

In dem mehrstündigen Gespräch baten die vietnamesischen Genossinnen und Genossen um eine Einschätzung der Lage in Deutschland und Europa. Dabei kam es zu einem Austausch über Positionen zur EU und die Krise der Gemeinschaftswährung, die auch eine Krise der Gemeinschaft ist. Die Ausführungen zur Rolle Deutschlands in der EU stießen auf großes Interesse der Gastgeber. Auch die Haltung der DKP zu den Bundestagswahlen und die Möglichkeiten der Partei „Die Linke“ wurden dabei erörtert. Die DKP informierte über ihren zurückliegenden Parteitag und die bei seinem dritten Tag anliegenden Positionsbestimmungen.

Hoang Binh Quan drückte seine Hoffnung aus, dass die Parteibeziehungen zur DKP, die er, aus der Geschichte betrachtet, als außerordentlich tief bezeichnete, sich weiter entwickeln werden. Auch wenn seine Partei zuletzt nicht mehr zu Parteitagen der DKP eingeladen gewesen sei, so habe es immer wieder Möglichkeiten zu Gesprächen gegeben. Man beobachtete den Weg der DKP genau, die nicht den Pfad des „demokratischen Sozialismus“ gehe, wie es manche KPen machten. Die KP Vietnams schätze das Festhalten der DKP an den Lehren von Marx, Engels und Lenin hoch ein, und beziehe ihrerseits ihre wissenschaftliche Grundlage aus Marx und Ho Chi Minh.

Genosse Hoang erklärte die mitunter komplizierten Beziehungen zu China, die die beiden Länder jedoch mit Blick auf ihre Verantwortung für die sozialistische Idee mit Hilfe der Parteibeziehungen klären werden. Er ging auch auf das vietnamesische Modell der Marktwirtschaft mit sozialistischer Orientierung ein, das ein flexibler Weg des Landes angesichts der Herausforderungen der heutigen Zeit sei. Vietnam hat vor 25 Jahren einen Weg der Erneuerung eingeschlagen, als das Modell des Sozialismus in die Krise kam. Während aber die Perestroika letztlich gescheitert war, so konnten sich Vietnam und China behaupten. Seitdem wurden durchschnittlich sieben Prozent Wachstum erreicht, und die Armutsrate konnte von etwa 75 Prozent auf 9,2 % gesenkt werden. Auch wenn Elemente des Kapitalismus eingeführt worden seien, so blieben doch die wesentlichen Produktionsmittel und der Boden mitsamt der Bodenschätze in staatlicher Hand. Darüber hinaus gebe es in Vietnam verschiedene Besitzformen.

Die Krise des Kapitalismus ist nach Auffassung der KP Vietnams ein Systemfehler, der auch eine Chance für die Kommunistischen Parteien sei. Dadurch eröffne sich die Gelegenheit zur punktuellen Zusammenarbeit mit Linksparteien, wobei man die Verschiedenheiten akzeptieren müsse um Kraft für die Gemeinsamkeiten entwickeln zu können. Die KPV pflegt Beziehungen zu 206 Parteien in aller Welt.

Quelle: DKP-Newsportal / RedGlobe

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