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»Equal Pay Day« - Frauen verdienen mehr! | Drucken |  E-Mail
Frauen
Freitag, den 23. März 2012 um 08:48 Uhr

Equal Pay DayImmer noch verdienen Frauen im Durchschnitt rund ein Viertel weniger als Männer. Der DGB fordert deshalb die Politik auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um diese Missstände zu beseitigen. Ihre Forderungen bekräftigten Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, und Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), am Mittwoch in Berlin.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass sich an der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern seit Jahren nichts ändert. Die Politik muss mit einem gesetzlichen Mindestlohn, Verpflichtungen für Unternehmen und einer Absage an das Betreuungsgeld endlich handeln“, erklärte Sehrbrock. Frauen in Deutschland hätten genug davon, bei Löhnen und Gehältern von Männern abgehängt zu werden. „Wir wollen nicht Jahr für Jahr die Entgeltlücke analysieren. Es ist Zeit, dass Betriebe und Gesetzgeber sie endlich schließen.“

Deshalb machen Gewerkschafterinnen zum fünften Equal Pay Day in Deutschland mit zahlreichen Aktionen unter dem Motto „RECHT auf Mehr!“ auf die Entgeltlücke aufmerksam. Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus weiterarbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes zu kommen – in diesem Jahr der 23. März.

„Wie man es dreht und wendet – der Lohnabstand von Frauen zu Männern verharrt bei 23 Prozent“, so Allmendinger, Schirmherrin der gewerkschaftlichen Aktionen. „Der Niedriglohnsektor ist weiblich. Gerade Frauen werden besonders oft mit Dumpinglöhnen abgespeist. Sie arbeiten in Bereichen, in denen es keine Tarifverträge gibt. Deshalb muss der gesetzliche Mindestlohn eine Grenze definieren, die nicht unterschritten werden darf. Die DGB-Frauen fordern am Equal Pay Day einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro“, so Ingrid Sehrbrock.

Zudem will der DGB Unternehmen und Verwaltungen gesetzlich in die Pflicht nehmen, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen. „Solange eine Frau für die gleiche Arbeit weniger verdient als ein Mann, besteht Handlungsbedarf“, sagte Sehrbrock.

Scharfe Kritik übte Sehrbrock am geplanten Betreuungsgeld der Bundesregierung: „Den Ausstieg von Frauen aus dem Erwerbsleben zu subventionieren, wäre genau der falsche Weg. Wir wollen, dass Frauen für sich selbst sorgen können, gerecht bezahlt werden und faire Aufstiegschancen haben. Wer die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben realisieren will, muss überholte Rollenbilder überwinden, qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen für Kinder und Pflegebedürftige ausbauen und die Umverteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit zum Thema machen.“

Am Freitag, den 23. März um 11.30 Uhr wird der DGB mit einer Aktion am Brandenburger Tor seiner Forderung nach gleicher Bezahlung für Frauen Nachdruck verleihen. Teilnehmen wird unter anderem der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Ab 12 Uhr findet ebenfalls am Brandenburger Tor eine Kundgebung von DGB und Deutschem Frauenrat statt, auf der unter anderem die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock und die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats Marlies Brouwers sprechen werden.

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Kommentare 

 
-7 #3 2012-03-27 15:35
Diese Diskussion muss man auch nicht führen. Denn für die Gleichberechtig ung gibt es ja Gesetze. Die muss man nur befolgen. Wenn man für gleiche Arbeit nicht gleich bezahlt wird, kann man seine Rechte einklagen. Dazu bedarf es nicht einer einzigen Quote und auch nicht noch mehr Regeln oder Gesetze extra für Frauen. Einfach nur anwenden, so einfach ist das.
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+8 #2 2012-03-27 13:57
@ #1 EuroTanic.......

es geht doch nicht um eine pauschale Gleichmacherei, sondern einzig um die schlichte Frage: "Warum soll eine Frau weniger verdienen als ihr männlicher Kollege?"
Bei dieser uralten Forderung der Arbeiterbewegun g
.....GLEICHE ARBEIT...GLEICHER LOHN
geht es um die überfällige Beseitigung einer Ungerechtigkeit im kapitalistische n Profitsystem.
Ich dachte die Diskussionen darüber müssen wir nicht mehr führen, denn jedem einigermaßen, politisch denkenden Menschen ist bewußt welche Ungerechtigkeit hier praktiziert wird
und, dass diese Ungerechtigkeit durch nichts zu rechtfertigen ist, schon garnicht mit dem Argument der Benachteiligung von Männern.
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-12 #1 2012-03-24 20:15
Sicher werden irgendwo Frauen diskreminiert, ebenso wie Männer. Eine pauschale Gleichmacherei bewirkt aber das Gegenteil. Wenn Frauen gleich viel verdienen wollen (lt. Statistik), dann müssen sie ebenso viel arbeiten wie Männer, oder besser qualifiziert sein usw. Frauen arbeiten mehr im Niedriglohnsekt or, oder haben nicht so viele Berufsjahre in den Betrieben wie vergleichsweise Männer aufzuweisen. Wer hier eine gleiche Bezahlung fordert, benachteiligt die Männer.
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