|
junge Welt sagt wieder »Danke« |
| Drucken | |
E-Mail |
|
Medien
|
|
Sonntag, den 12. August 2012 um 18:44 Uhr |
|
Vor einem Jahr sorgte die Tageszeitung »junge Welt« mit einer provokativen Titelseite für Aufregung in der deutschen Medienlandschaft. Während praktisch alle anderen Zeitungen sich in verlogenen Ritualen zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 ergingen, sagte die jW »einfach mal Danke«, etwa für »28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen, für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit, für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit...« Die Folge waren Boykottaufrufe, Verbotsforderungen – und eine ziemlich erfolgreiche Abo-Werbekampagne, mit der das Blatt darauf reagiert.
Ein Jahr später sagt die jW noch einmal »Danke«. Sie widmet die Titelseite ihrer Montagausgabe dem 86. Geburtstag des langjährigen kubanischen Präsidenten Fidel Castro, der am 13. August 1926 geboren wurde. Als Gratulant konnte das Blatt den bekannten kubanischen Essayisten Enrique Ubieta gewinnen, der unter dem Titel »Martís Versprechen« die historische Bedeutung des kubanischen Comandante en Jefe in Bezug zum Nátionalhelden der Insel, José Martí, setzt.
»Der Bau der Berliner Mauer vor 51 Jahren wird heute wieder Medienthema – wir gratulieren lieber Fidel Castro zum 86. Geburtstag« heisst es dazu kurz und knapp auf der Titelseite unter der Schlagzeile »Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke, Comandante!«
Damit kommentiert die Zeitung indirekt auch noch einmal den albernen Wirbel um das Glückwunschschreiben, das die damaligen Vorsitzenden der Partei Die Linke, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, zum 85. Geburtstag an Fidel Castro richteten.
Für eine Ergänzung sorgt zudem die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba, die in der selben Ausgabe eine Anzeige geschaltet hat: »Dann sagen wir einfach mal : DANKE !! … für die Befreiung Kubas vom Joch des US-Imperialismus. … für kostenlose Gesundheit und Bildung in Kuba. … für die vorbehaltlose und einzigartige Solidarität Kubas mit anderen Ländern. … für die militärische Unterstützung der Befreiungsbewegungen in Angola und im Kongo. … für die Hilfe im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. … für das Vorbild sein für alle progressiven Kräfte in der Welt.«
Die morgige Ausgabe der Zeitung ist an jedem vernünftigen Zeitungskiosk erhältlich – die empörten Reaktionen der üblichen Verdächtigen gibt es vermutlich wieder gratis frei Haus.
Zur Homepage der jungen Welt: www.jungewelt.de
|
Kommentare
Und die taz gibts ja auch noch... aber es gibt halt nur diese eine linke Tageszeitung die weder olivgrün noch sozialdemokrati sch daher kommt.
Es gibt auch noch das Neue Deutschland.
@ #3:
Es geht hier weniger um die Person F. Castro, als vielmehr die Sachfragen, die materiellen Verbesserungen, die durch die kubanische Revolution für viele Menschen erreicht wurden. (Bildungs- u. Gesundheitsaspe kte wurden u. A. auch von der UN mehrfach gelobt bzw. positiv hervorgehoben. auch kann Ihnen der Film "Sicko" über einen anschaulichen Vergleich der Gesundheitssyst eme der USA u. Cubas von dem US-Amerikaner Michael Moore nahegelegt werden. Und letzterer steht ja nun wirklich nicht in dem Verdacht ein Castro treuer hardcore-Kommunist zu sein.)