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Bundesheer: KPÖ will Abschaffung statt Integration in Euro-Armee | Drucken |  E-Mail
Österreich
Dienstag, den 03. Juli 2012 um 14:43 Uhr

Bundesheer auflösenAls Schattenboxen bezeichnet KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner den anhaltenden Schlagabtausch zwischen SPÖ und ÖVP über Berufsheer kontra Wehrpflicht. Dabei werde nämlich die grundlegende Frage, ob Österreich überhaupt ein Bundesheer braucht, wohlweislich ausgeklammert. »Die Abschaffung des Bundesheeres ist die fortschrittliche Alternative zu den rückwärtsgewandten Positionen der beiden Regierungsparteien über die Zukunft des Bundesheeres, daher tritt die KPÖ im Sinne eines konsequenten Antimilitarismus für die Auflösung des Bundesheeres ein«, so Messner.

Die von der SPÖ nach einem wahlkampfbedingten Vorstoß des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl 2010 mit Rückendeckung der »Krone« und Beifall der Grünen und des BZÖ zur Parteilinie erklärte Abschaffung der Wehrpflicht ist für Messner nicht mehr als eine Vernebelungstaktik, die dem EU-weiten Trend zum Berufsheer als Vorbereitung für eine Euro-Armee diene. In aller Deutlichkeit habe dies etwa der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda erklärt, der von einer »Neuaufstellung« des Bundesheeres spricht und meint, dieses werde »…mehr und mehr Bestandteil der europäischen Sicherheitsstruktur. Da könnte ein Berufsheer von Vorteil sein.«

»Weder Europa noch Österreich sind militärisch bedroht, daher ist eine solche Euro-Armee als globale Interventionstruppe zur Sicherung „europäischer Interessen“, im Klartext der großen Konzerne, zu sehen. Dafür wird ungeachtet aller Budgetprobleme in den EU-Ländern hemmungslos aufgerüstet«, kritisiert Messner und verweist darauf, dass eine Integration des Bundesheeres in eine Euro-Armee im offenen Gegensatz zu der 1955 verkündeten immerwährenden Neutralität Österreichs steht. Dabei sei daran zu erinnern, dass im mittlerweile in Kraft getretenen EU-Vertrag von Lissabon die Militarisierung der EU durch eine Aufrüstungsverpflichtung und Schaffung einer Rüstungsagentur ausdrücklich vorgesehen ist. Ein Vorgeschmack dafür sei die Teilnahme Österreichs an den Battle Groups der EU, wofür ab 1. Juli 2012 einige hundert österreichische SoldatInnen »Gewehr bei Fuß« stehen, um innerhalb weniger Tage auf Beschluss des EU-Rates und unter deutschem Kommando in Militärmissionen der EU geschickt zu werden.

Diese EU-Kampftruppen sind für Angriffskriege in den rohstoffreichen Regionen Afrikas, des Nahen und Mittleren Osten vorgesehen, wobei ein Mandat des UN-Sicherheitsrates dazu nicht erforderlich ist. Seit dem EU-Vertrag von Lissabon können diese Kampftruppen auch für Militäreinsätze im Inneren der EU eingesetzt werden. EU-Kommissionspräsidenten Barroso hat Gewerkschaften in südeuropäischen Staaten bereits damit gedroht, »dass sie als Demokratien, wie wir sie bisher kennen, verschwinden könnten, wenn sie nicht bereit sind die Sparpakete durchzuführen«.

Weil Österreich nicht bedroht wird und um eine Einbindung in eine Euro-Armee zu verhindern, sei die Auflösung des Bundesheeres die beste Lösung: »Wenn die Neutralität ernst genommen wird, muss sie politisch und nicht militärisch interpretiert werden«, so Messner. Aktive Neutralität verlange eigenständige Initiativen statt vorauseilendem Kadavergehorsam bei der Ein- und Unterordnung unter EU-Interessen. Rüstungskäufe wie die Milliarden-Eurofighter seien dabei als österreichischer Baustein für eine Euro-Armee zu bewerten.

Für Katastropheneinsätze würde ein kleiner schlagkräftiger Hilfsdienst ausreichen. Entschieden abgelehnt wird von der KPÖ ein verschiedentlich geforderter »Arbeitsdienst« als Ersatz für den Zivildienst. Mit einer Abschaffung des Bundesheeres würden Milliarden für soziale Zwecke frei. Statt billiger Sklavenarbeit durch Zivildiener könnten wichtige Sozialeinrichtungen ausgebaut und ihr Personal aufgestockt werden. »Es spricht also alles dafür: Schaffen wir das Bundesheer ab«, so der KPÖ-Bundessprecher und fordert bei einer allfälligen Volksbefragung oder Volksabstimmung zu dieser Frage nicht nur Berufsheer oder Wehrpflicht, sondern auch die Variante einer Abschaffung des Bundesheeres zur Wahl zu stellen.

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Kommentare 

 
+18 #3 2012-07-06 17:12
KPÖ abschaffen statt Bundesheer abschaffen!
Mit der Abschaffung des Bundesheeres wird Deutschland offiziell die Schutzmacht Österreichs. Was Österreich braucht ist eine schlagkräftige Milizarmee, Wehrplicht und Souveränität. Und von wegen nicht bedroht: Es gibt Kräfte in Ungarn, die das Burgenland anektieren wollen.
Ohne Bundesheer gäbe es ein Berufsheer namens Bundespolizei wie in Costa Rica. Die KPÖ soll gefälligst das K aus dem Namen streichen und uns mit dem Schwachsinn in Ruhe lassen. Dann können sie dem Papst die Hand küssen, Geld nach Israel schmuggeln und mit Nazis Immobiliengesch äfte machen ohne dass wir darauf hinweisen müssen, dass das keine Kommunisten sind.
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-18 #2 2012-07-03 21:33
Was die Frage noch nicht beantwortet, warum ein "neutrales" Land ein Bundesheer braucht, und sogar bei der Euro-Armee dabei sein muss.
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+11 #1 2012-07-03 17:53
Mei Ihr seids aber süß. Kein Wunder dass Euch keiner ernst nimmt
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