Sonntag, 26. März 2017
Solidaritätsanzeige

Braunau gegen rechtsDer ungarische Teil des internationalen, in Deutschland verbotenen, Neonazi-Netzwerks »Blood and Honour« will im August 2015 durch Bayern und Österreich touren. Auf dem Programm stehen ausschließlich Orte mit NS-Bezug, wie die antifaschistische Informations- und Dokumentationsstelle aus München, das a.i.d.a.-Archiv, bereits im März auf ihrer Homepage berichtete.

Nach a.i.d.a.-Informationen wollen die Neonazis am 13. August in Budapest starten und mehrere Tage lang Orte mit Nazi-Bezug aufsuchen. Bei einem ersten Zwischenstopp in Wien ist ein Besuch der Akademie der Bildenden Künste vorgesehen. Beim Militärmuseum im niederösterreichischen Sonntagberg sind dann 30 Minuten eingeplant, um sich Uniformen und Ausrüstung der Hitler-Wehrmacht anzuschauen. In Braunau, dem Geburtort ihres »Führers«, planen die Neonazis einen »Abendspaziergang« mit anschließender Übernachtung. Die darauffolgenden Tage wollen die Neonazis nach Landshut, Nürnberg, München und Berchtesgaden reisen.

»Blood and Honour« ist ein internationales Netzwerk, das es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, neonazistische Musikgruppen miteinander zu koordinieren und verbotene NS-Propaganda zu verbreiten. Weltweit ist von bis zu 10.000 Mitgliedern auszugehen, mit »Combat 18« verfügt die Organisation sogar über einen bewaffneten Arm.

»Gemeinsam müssen wir verhindern, dass das gefährliche Neonazi-Netzwerk Braunau als Pilgerstätte für ihre rechtsextreme Hass-Propaganda missbraucht», reagierte das antifaschistische Bündnis »braunau gegen rechts« auf die Recherche-Ergebnisse des a.i.d.a.-Archivs. Das Bündnis, das sich seit Jahren in dem für Faschisten symbolträchtigen Ort den Neonazis entgegenstellt, hat selbst erst vor wenigen Tagen durch eine anonyme E-Mail von den »Blood & Honour«-Plänen erfahren.

Für Samstag, 18. April 2015, ruft »braunau gegen rechts« alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte zur Teilnahme an einer antifaschistischen Demonstration »Erinnern heißt Handeln – gegen Nazis, Rassismus und Sozialraub!« auf. Nach Ansicht des Bündnisses bestätigen die neuerlichen Neonazi-Aktivitäten die Wichtigkeit der jährlich stattfindenden antifaschistischen Kundgebung in Braunau: »Zeigen wir unmissverständlich, dass Neonazis und Hitlerpilger in unserer Stadt nicht willkommen sind – gehen wir gemeinsam gegen rechte Umtriebe auf die Straße!«

Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Bahnhof Braunau. Von dort aus bewegt sich der Demonstrationszug durch das Stadtgebiet zu einer Abschlusskundgebung am Mahnstein gegen Faschismus vor dem Geburtshaus Hitlers. »Es braucht einen entschlossenen Protest gegen rechtsextreme Umtriebe, Neonazis dürfen niemals das Gefühl bekommen, dass ihre Hetze toleriert oder gar akzeptiert wird«, bekräftigt das Bündnis und ergänzt: »Der Gedenkstein vor Hitlers Geburtshaus erinnert uns an unsere Verantwortung, nie wieder tatenlos zuzusehen, wenn Neonazis ihr Unwesen in Österreich treiben. Wir wollen unsere Stadt nazifrei!«

Siehe auch: www.braunau-gegen-rechts.at

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