Sonntag, 26. Februar 2017
Solidaritätsanzeige
Als Kandidat der Fortschritsspartei des Werktätigen Volkes (AKEL), der kommunistischen Partei Zyperns, hat Demetris Christofias am Sonntag die Stichwahl um die Präsidentschaft in Zypern gewonnen. Damit wird zum ersten Mal ein Mitgliedsland der Europäischen Union von einem Kommunisten regiert. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen kommt Christofias auf 53,45 Prozent der Stimmen, der konservative Kandidat Ioannis Kasulides erreicht 46,55 Prozent. Der neue Präsident wird sein Amt am 29. Februar während einer Plenarsitzung des zypriotischen Parlaments offiziell antreten.

Die zypriotische Kommunistische Partei, die ihren heutigen Namen 1941 angenommen hat, ist gegenwärtig die stärkste Partei der Mittelmeerinsel und stellte während der letzten Legislaturperiode bereits die stärkste Parlamentsfraktion. Ihre Anhänger feierten gestern abend auf den Straßen der Hauptstadt Nikosia den Sieg ihres Kandidaten.

Es wird damit gerechnet, dass Christofias auch dem Verhältnis zu den türkischen Zyprioten im Norden der geteilten Insel neue Impulse geben kann. In einer ersten Stellungnahme nach seinem Wahlsieg richtete der neue Präsident "eine Botschaft der Freundschaft an die türkischen Zyprioten, eine Botschaft des gemeinsamen Kampfes für die Wiedervereinigung unseres Heimatlandes und dafür, unsere Angelegenheiten ohne äußere Einmischung zu regeln".

Der kommunistische Kandidat, der es in der ersten Runde zunächst nur knapp in die Stichwahl geschafft hatte, war zum Favoriten der Abstimmung geworden, nachdem die sozialdemokratische Edek, die Grünen und die Mitte-Rechts-Parteu Diko von Amtsvorgänger Tassos Papadopoulos ihre Unterstützung für Christofias erklärt hatten.

Papadopoulos war in der ersten Wahlrunde gescheitert. Während seiner Amtszeit war Zypern 2004 der EU beigetreten und hatte am 1. Januar 2008 den Euro als Währung übernommen.

Insgesamt waren 516.000 Wählerinnen und Wähler zu den Urnen gerufen, unter ihnen zum ersten Mal auch etwa 400 türkische Zyprioten, die im Süden der Insel leben. Seit einer türkischen Militärintervention 1974 ist die Insel in einen türkisch besetzten Norden - die international nur von der Türkei anerkannte "Türkische Republik Nordzypern" - und einen unabhängigen Süden geteilt. 2004 lehnten die Zyprioten im Süden der Insel mit großer Mehrheit einen Wiedervereinigungsplan ab, den die UNO vorgelegt hatte und der eine Einschränkung der Souveränität Zyperns im Norden der Insel vorgesehen hätte.

Quelle: TeleSur / RedGlobe
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