Montag, 16. Januar 2017
Solidaritätsanzeige

Haiti

TeleSur live aus Port-au-PrinceZwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben, das bis zu 300.000 Menschen das Leben kostete, will Haiti offenbar die Konsequenzen aus den seither gemachten Erfahrungen ziehen. Wie der Präsident des bitterarmen Karibikstaates, Michel Martelly, dem lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur sagte, prüft seine Regierung den Beitritt das Landes als Vollmitglied zur Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA). Seit 2007 hat Haiti bereits einen Beobachterstatus in diesem 2004 auf Initiative Kubas und Venezuelas gegründeten antiimperialistischen Staatenbund. Es sei wichtig, mit den Brudervölkern beim Wiederaufbau seines Landes zusammenzuarbeiten, unterstrich Martelly.

Kubanische Hoffnung für HaitiGerade in der Weihnachtszeit wird gebetsmühlenartig an die Bevölkerung appelliert, man solle besonders dieser Tage an den Nachbarn in Not denken. Doch all die Spendenaufrufe täuschen nur über die Tatsache hinweg, dass gerade die reichen und mächtigsten Staaten am aller wenigsten gegen das Leid und Elend dieser Welt tun.

Erdbeben in HaitiKnapp einen Monat nach Beginn der Kampagne »Wir helfen Cuba helfen« sind nahezu 30.000 Euro auf dem Spendenkonto der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V. eingegangen. Die erste Hälfte des Betrags ist bereits nach Cuba überwiesen, der Rest wird noch in dieser Woche für Cubas  Arbeit in Haiti zur Verfügung stehen.

ALBA-Staaten solidarisch mit HaitiAls Ergebnis des Treffens der Außenminister der Mitgliedsländer der Bolivarischen Allianz ALBA wurden acht Punkte für die Zusammenarbeit mit dem haitianischen Volk beschlossen, wobei das Gesundheitswesen als zentrale und verbindende Achse der solidarischen Zusammenarbeit der Allianz hervorgehoben wurde. Es wurde betont, dass es wichtig ist, durch eine ernannte Kommission ein kurz-, mittel- und langfristiges Entwicklungsprogramm in Gang zu bringen, um eine Verbindung auf einem höheren Niveau der Solidarität zu erreichen.

Haitis Kinder brauchen HilfeNach der Verhaftung von zehn US-Bürgern in Haiti, die versucht hatten, 33 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zwölf Jahren über die Grenze in die Dominikanische Republik zu schaffen, sind die Minderjährigen am Sonntag im SOS-Kinderdorf Santo in Haiti aufgenommen worden, wo sie Schutz und Betreuung erhalten.

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstag hatte die haitianische Polizei den Transport in der Nähe der Grenze gestoppt. Die zehn Verdächtigen, die christlich-fundamentalistischen Gemeinden in den USA angehören, hatten keine offiziellen Papiere für die Kinder bei sich und wurden festgenommen. Die haitianische Polizei geht davon aus, dass ein Fall von Kinderhandel vorliegt.

Haitis Kinder brauchen Hilfe, keine SoldatenDie US-Besatzungstruppen in Haiti lassen ihre humanitäre Maske fallen. Die US-Luftwaffe hat seit Mittwoch den Transport schwerverletzter Haitianer eingestellt, um nicht für die Behandlungskosten der Opfer des verheerenden Erdbebens vom 12. Januar aufkommen zu müssen. Gegenüber haitianischen Medien bestätigten US-Armeesprecher heute, man könne keine weiteren Opfer transportieren, weil die Finanzierung nicht geklärt sei.

Cuba hilft HaitiCuba hilft HaitiDie Botschaft des Königreichs Norwegen in Cuba und das cubanische Ministerium für Außenhandel und Auslandsinvestition (MINCEX) haben am Abend des 22. Januar einen Vertrag unterzeichnet, in dem das europäische Land 5 Millionen norwegische Kronen (ca. 885.000 Dollar) als Soforthilfe für Haiti zur Verfügung stellt. Damit soll die wichtige Arbeit unterstützt werden, die cubanische Ärzte in diesem Land leisten. Der Fonds ist bestimmt für den Erwerb von Medikamenten und medizinischem Material und für deren Verschickung an die Medizinische Brigade Cubas in Haiti, die aus mehr als 400 Ärzten und anderem Fachpersonal aus dem Gesundheitsbereich besteht. Zusammen mit den 247 jungen Haitianern, die mit den Cubanern zusammenarbeiten, besteht die Brigade aus 663 Mitarbeitern.

Haiti braucht HilfeHaiti braucht HilfeEin schweres Nachbeben der Stärke 6,1 hat in den heutigen Morgenstunden die Situation in Haiti weiter verschlechtert. Reporter des lateinamerikanischen Fernsehsenders TeleSur berichteten, dass weitere Gebäude nach dem erneuten Erdstoß zusammengestürzt seien. Ob das erneute Beben weitere Opfer gefordert hat, war noch nicht bekannt.

»Angesichts der neuen Lage ist notwendiger denn je, dass alle Länder sich mit dem haitianischen Volk solidarisieren und ihm jede humanitäre Hilfe leisten, die es benötigt«, schreibt der Sonderkorrespondent der venezolanischen Agentur ABN, Howard Yanes, in einem aktuellen Lagebericht aus dem Karibikstaat.

Foto: Matthew Marek/American Red Cross Foto: Matthew Marek/American Red Cross Die Hilfsorganisation medico international unterstützt die Nothilfe der dominikanischen Gesundheitsorganisation Institución Social Colectivo de Salud Popular (COSALUP) für die Erdbebenopfer in Haiti. Gemeinsam mit anderen dominikanischen Organisationen der Zivilgesellschaft ist  der medico-Partner COSALUP im Netzwerk »Haiti-Hilfe« aktiv. Das Netzwerk koordiniert seine Bemühungen mit dem Roten Kreuz und UN-Organisationen, um unnötige Verdopplungen zu vermeiden und die Hilfe möglichst effektiv zu gestalten.

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