Mittwoch, 1. März 2017
Solidaritätsanzeige

Honduras

Berta Cáceres, Symbol für den Widerstand des COPINH, der indigenen Kraft und der Widerstandsfähigkeit der Frauen. Grafik: Radio ProgresoBerta Cáceres, Symbol für den Widerstand des COPINH, der indigenen Kraft und der Widerstandsfähigkeit der Frauen. Grafik: Radio Progreso

In Honduras ist eine der bekanntesten Verteidigerinnen der Menschenrechte, Berta Cáceres, ermordet worden. Wir dokumentieren nachstehend die Stellungnahme des COPINH (Bürgerrat der indigenen und Volksorganisationen von Honduras), in dem Cáceres aktiv war:

Unter tiefen und aufrichtigem Schmerz informieren wir über die niederträchtige Ermordung unserer Gefährtin, Mutter, Lehrerin, Schwester, Anführerin und Freundin Berta Cáceres, Gründerin des COPINH. Unsere Berta wurde durch die Kugeln der Ungerechtigkeit, durch den Hass und den Rassismus ermordet, der unser Land regiert.

Xiomara Castro und Manuel Zelaya (links) mit TSE-Chef Matamoros. Foto: G. Trucchi | LINyMXiomara Castro und Manuel Zelaya (links) mit TSE-Chef Matamoros. Foto: G. Trucchi | LINyMIn Honduras werden die Stimmen der Präsidentschaftswahl vom 24. November doch überprüft. Das Oberste Wahlgericht (TSE) akzeptierte am Montag (Ortszeit) einen entsprechenden Antrag der Linkspartei LIBRE und von deren Präsidentschaftskandidatin Xiomara Castro. Man hoffe, dass diese ihre Niederlage nach der Neuauszählung der Stimmen eingestehe, wenn diese das bislang veröffentlichte Ergebnis bestätige, forderte Gerichtspräsident David Matamoros. Demgegenüber verlangte Manuel Zelaya als Chef der LIBRE, der TSE-Präsident müsse seinerseits den Wahlsieg der Linken anerkennen, »wenn Xiomara gewinnt«.

Tausende demonstrieren gegen WahlbetrugTausende demonstrieren gegen WahlbetrugTausende Menschen haben am Sonntag in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa gegen die Betrügereien bei der Präsidentschaftswahl vom 24. November demonstriert. Zu der Kundgebung hatte die Linkspartei LIBRE aufgerufen, die darauf beharrt, dass ihre Kandidatin Xiomara Castro die Abstimmung gewonnen hat. Das Oberste Wahlgericht (TSE) hatte demgegenüber den Kandidaten der rechten Nationalen Partei, Juan Orlando Hernández, zum Sieger und »gewählten Präsidenten« erklärt.

Honduras-DelegationHonduras-DelegationSehr geehrte Frau Lunacek,
sehr geehrte Mitglieder der EU-Wahlbeobachtungsmission für Honduras,

die überregionale Arbeitsgruppe HondurasDelegation ist bestürzt über den am Dienstag, 26.11.2013 erschienenen vorläufigen Bericht der EU-Beobachtungsmission zur Wahl in Honduras.

Der Bericht wurde von den honduranischen Medien als Bestätigung des Wahlergebnisses aufgenommen. Er stellt einen Schlag ins Gesicht der honduranischen Wähler_innen und insbesondere für die Parteien LIBRE und PAC dar. Letztere hatten bereits in der Nacht zum Montag das bis dato vom obersten Wahlgericht (TSE) präsentierte Ergebnis angefochten und einen Vergleich der Kopien der Auszählungslisten der Wahlurnen mit den vom TSE präsentierten Ergebnissen der einzelnen Wahllokale gefordert. Diese Forderung ist durch das Wahlgesetz abgedeckt und aufgrund zahlreicher - teilweise sogar in Ihrem eigenen Bericht erwähnter - Unregelmäßigkeiten überaus berechtigt. Durch die verfrühte und sachlich nicht haltbare Anerkennung der Wahlen als “transparent” und “friedlich” wurde ihr seitens der EU-Mission jedoch jegliche Unterstützung entzogen.

Honduras DelegationHonduras DelegationDie internationale Arbeitsgruppe HondurasDelegation arbeitet seit dem Putsch 2009 in den Bereichen Menschenrechte und Journalismus zu Honduras. Unsere diesjährige Delegationsreise hat das Ziel, die Menschenrechtslage um den Zeitpunkt der Wahl zu erfassen. Dabei steht die Situation sozialer Bewegungen im Vordergrund, die ihre Landrechte verteidigen.Zu diesem Zweck bereisten wir in den zwei Wochen vor der Wahl verschiedene Regionen in Honduras. Wir dokumentieren eine Auswahl der uns geschilderten Vorfälle:

Protest gegen Wahlbetrug am Mittwoch in San Pedro Sula. Foto: Radio ProgresoProtest gegen Wahlbetrug am Mittwoch in San Pedro Sula. Foto: Radio ProgresoNach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen hat das Oberste Wahlgericht (TSE) von Honduras am Mittwoch den Kandidaten der Nationalen Partei, Juan Hernández, offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag erklärt. Er habe 35,26 Prozent der gültigen Stimmen erhalten, gefolgt von Xiomara Castro von der Partei LIBRE, die auf 29,14 Prozent gekommen sei.

Mit Blick auf die Proteste gegen Wahlbetrug von mehreren Parteien sowie von Hunderten Studenten, die am Dienstag in Tegucigalpa auf die Straße gegangen waren, beharrte der Präsident des TSE, David Matamoros, darauf, dass die Auszählungsergebnisse dieses Ergebnis trügen. Es habe nur »sehr kleine« Zwischenfälle gegeben.

Putschisten raus!Putschisten raus!Das, was sich am Sonntag in Honduras ereignet hat, ist etwas Wohlbekanntes, denn zum Unglück der Völker wiederholt es sich immer wieder: Die sogenannten »formalen« Demokratie sind eine Maschinerie zum Erhalt der sakrosankten Institutionen des Kapitalismus. Um diesen sicherzustellen, greifen sie zu skandalösem Betrug, wie in diesem Fall, oder nutzen – wenn nötig – die polizeilich-militärische Übermacht, wie es zu anderer Gelegenheit in Honduras geschehen ist.

LIBRELIBREIn Honduras hat die Linkspartei LIBRE ihre Anhänger zur Verteidigung des Wahlsiegs von Xiomara Castro aufgerufen. Die Partei erkenne die vom Obersten Wahlgericht (TSE) verbreiteten Zahlen nicht an, unterstrich Juan Barahona, einer der bekanntesten Köpfe der LIBRE und der Widerstandsbewegung gegen den Putsch 2009, durch den der damalige Präsident Manuel Zelaya vom Militär gestürzt worden war. Die Unterstützer Castros, die Ehefrau Zelayas ist, sollten an den Urnen ausharren, um die wahren Ergebnisse zu verteidigen und auf Aufrufe von LIBRE und Widerstandsfront achten. »Wir werden den Sieg an jedem Ort und zu jeder Zeit verteidigen«, unterstrich er.

TSE sieht Kandidat der regierenden Rechten vornTSE sieht Kandidat der regierenden Rechten vornPlötzlich ist wieder alles anders: Das Oberste Wahlgericht (TSE) von Honduras sieht Juan Hernández von der regierenden Nationalen Partei als Sieger der Präsidentschaftswahl. Nach Auszählung von 54,47 Prozent der Stimmen liege dieser mit 34,14 Prozent vor der Kandidatin der Linkspartei LIBRE, Xiomara Castro, die auf 28,43 Prozent gekommen sei. Auf dem dritten Platz liege der Liberale Mauricio Villeda mit 21,03 Prozent, gefolgt von Salvador Nasralla, der für seine Antikorruptionspartei 15,73 Prozent erreicht habe. Putschgeneral Romeo Vásquez erreichte lediglich 0,21 Prozent. Das schwächste Ergebnis erzielte Andrés Pavón mit lediglich 0,11 Prozent. Die Beteiligung habe bei 61 Prozent gelegen, das sei ein »historischer Rekord« für das Land, so TSE-Präsident David Matamoros Batsón.

Real time web analytics, Heat map tracking
Videos: Honduras

on air

RedGlobe Links

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.