Donnerstag, 23. Februar 2017
Solidaritätsanzeige

Kolumbien

Kommuniqué auf der Homepage der ELNDie zweitgrößte Guerillaorganisation Kolumbiens, die Nationale Befreiungsarmee (ELN), hat sich am Montag gesprächsbereit über das Schicksal der beiden Deutschen gezeigt, die sie offenbar in ihrer Gewalt hat. In einer auf ihrer Homepage veröffentlichten Erklärung fordern sie die deutsche Regierung auf, einen Unterhändler zu benennen. Außerdem fordern sie Beweise für die tatsächliche Identität der beiden Rentner. Die ELN hatte zunächst den Verdacht geäußert, die beiden Männer - bei denen es sich offenbar um Brüder handelt - seien als »Geheimdienstagenten« tätig.

ELNELNDie Nationale Befreiungsarmee (ELN) Kolumbiens, die zweitgrößte Guerillaorganisation des südamerikanischen Landes, hat eigenen Angaben zufolge zwei Deutsche in ihre Gewalt gebracht. Wie aus einem am Montag auf der Homepage der Aufständischen veröffentlichten Kommuniqué hervorgeht, wurden die beiden Männer bereits vor mehreren Wochen in Catatumbo im Nordosten der Provinz Norte de Santander aufgegriffen. Sie hätten ihre Anwesenheit in dem Gebiet nicht erklären können, deshalb würden sie als Spione betrachtet, so die Guerilla. Wie die Deutsche Welle berichtet, hat sich das Auswärtige Amt in Berlin eingeschaltet.

FARC-EPFARC-EPDie USA und Kolumbien haben auf Miguel Ángel Pascuas Kopfgelder in Höhe von 3,5 Millionen Dollar ausgesetzt – im Exklusivgespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »junge Welt« äußert sich der FARC-Comandante erstmals zu den angelaufenen Friedensgesprächen. Der Regierung seines Landes wirft Pascuas vor, »nicht sauber zu spielen«. So seien zu Beginn der Gespräche in Kuba und Norwegen auf Bitten der kolumbianischen Regierung die internationalen Haftbefehle gegen mehrere FARC-Delegierte aufgehoben worden. »Nach Oslo verlangt die Regierung wieder unsere Festnahme, nur in Kuba und Norwegen gelten die Haftbefehle nicht«, beklagt Pascuas, und er bekundet: »Ich kenne den Feind und seinen Herrn, die USA, sehr gut. Sie wollen, dass wir auf Knien kapitulieren, aber das werden sie nicht erreichen.« Sie würden ihr Ziel aber nicht erreichen. Die FARC-Guerilla wolle über ein anderen Kolumbien für die Mehrheit der Bevölkerung verhandeln, und sei nicht bereit, sich zu ergeben oder sich zu verkaufen.

Guerrillera der FARC-EPGuerrillera der FARC-EPKurz vor der in Havanna beginnenden ersten offiziellen Verhandlungsrunde zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der kolumbianischen Regierung von Präsident Juan Manuel Santos hat eine Sprecherin der Guerilla den Regierungstruppen schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Frauen aus der FARC, die in Gefangenschaft gerieten, würden von den Regierungssoldaten misshandelt, erklärte Sandra Ramírez im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „junge Welt“ (Mittwochausgabe).

Für den FriedenFür den FriedenDie Gruppe "Europäerinnen und Europäer für den Frieden in Kolumbien" (ExP) begrüsst den Beginn von formalen Gesprächen zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC-EP. Wir drücken unsere totale Unterstützung für einen politischen Dialog zur Überwindung des bewaffneten Konflikts aus, der in diesem südamerikanischen Land schon über 50 Jahre währt.

Frieden für KolumbienFrieden für Kolumbien»Wir unterstützen die Forderung der kolumbianischen FARC nach einem beidseitigen Waffenstillstand, sobald die Friedensverhandlungen beginnen«, erklärt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Mitteilung des Leiters der FARC-Gesprächsdelegation, Mauricio Jaramillo, dass die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung am 8. Oktober in Oslo beginnen. Staatspräsident Manuel Santos hatte bislang stets betont, dass die militärischen Operationen der Armee weitergeführt würden.

Comandante TimochenkoComandante TimochenkoDie kolumbianische Regierung und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben gestern kurz hintereinander offiziell die Aufnahme der Friedensverhandlungen miteinander offiziell bestätigt. Zunächst trat in Bogotá der kolumbianische Staatschef Juan Manuel Santos auf und erläuterte aus seiner Sicht verschiedene Details des zwischen beiden Seiten vereinbarten Verhandlungsprogramms. »Jeder verantwortungsvoll Regierender weiss, dass er eine solche Gelegenheit, den Konflikt zu beenden, nicht vorbeigehenlassen darf«, unterstrich Santos.

Nur eine Stunde später ergriffen dann in der kubanischen Hauptstadt Havanna, wo der Hauptteil der Verhandlungen stattfinden soll, Vertreter der FARC das Wort. Als ihr Sprecher trat im großen Konferenzgebäude Palacio de las Convenciones der Comandante Marcos Calarcá (Mauricio Jaramillo) auf.

Wir dokumentieren nachstehend in deutscher Übersetzung den Wortlaut der Vereinbarung zwischen der FARC-Guerrilla und der kolumbianischen Regierung. Die Übersetzung besorgte das Blog »Widerstand in Kolumbien«, bei dem wir uns für die Genehmigung zur Übernahme herzlich bedanken.

Die Delegierten der Regierung der Republik Kolumbien (Nationale Regierung) und die der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes (FARC-EP):

Als Ergebnis der Sondierungsgespräche, die in Havanna (Kuba) ab dem 23. Februar 2012 abgehalten wurden und an denen die Regierungen Kubas und Norwegens als Garanten teilnahmen und die mit Unterstützung der Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela bezüglich Logistik und Begleitung stattfanden, wurde vereinbart:

Szene aus dem FARC-VideoSzene aus dem FARC-VideoAuf ungewöhnliche Weise haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der Regierung in Bogotá bestätigt. In einem heute bekannt gewordenen Video erklärt der oberste Comandante der Guerrilla, Rodrigo Londoño Echeverry (Timochenko): »Wir gehen ohne Groll und Arroganz an den Verhandlungstisch«. Dann folgt ein von jungen uniformierten Guerrilleros gesungener Rap, in dem es unter anderem heisst: »Ich gehe nach Havanna um mit dem Bourgeois zu sprechen, der uns nicht besiegen konnte. Ich gehe nach Havanna, um mit dem zu sprechen, der mich beschuldigt hat, über den Frieden zu lügen.« Gleichzeitig singen sie über Staatschef Juan Manuel Santos, dieser habe »Fidel Castro bitten müssen, ihm mit den FARC zu helfen«.

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