Samstag, 25. März 2017
Solidaritätsanzeige

Kolumbien

Wir dokumentieren nachstehend in deutscher Übersetzung den Wortlaut der Vereinbarung zwischen der FARC-Guerrilla und der kolumbianischen Regierung. Die Übersetzung besorgte das Blog »Widerstand in Kolumbien«, bei dem wir uns für die Genehmigung zur Übernahme herzlich bedanken.

Die Delegierten der Regierung der Republik Kolumbien (Nationale Regierung) und die der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes (FARC-EP):

Als Ergebnis der Sondierungsgespräche, die in Havanna (Kuba) ab dem 23. Februar 2012 abgehalten wurden und an denen die Regierungen Kubas und Norwegens als Garanten teilnahmen und die mit Unterstützung der Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela bezüglich Logistik und Begleitung stattfanden, wurde vereinbart:

Szene aus dem FARC-VideoAuf ungewöhnliche Weise haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der Regierung in Bogotá bestätigt. In einem heute bekannt gewordenen Video erklärt der oberste Comandante der Guerrilla, Rodrigo Londoño Echeverry (Timochenko): »Wir gehen ohne Groll und Arroganz an den Verhandlungstisch«. Dann folgt ein von jungen uniformierten Guerrilleros gesungener Rap, in dem es unter anderem heisst: »Ich gehe nach Havanna um mit dem Bourgeois zu sprechen, der uns nicht besiegen konnte. Ich gehe nach Havanna, um mit dem zu sprechen, der mich beschuldigt hat, über den Frieden zu lügen.« Gleichzeitig singen sie über Staatschef Juan Manuel Santos, dieser habe »Fidel Castro bitten müssen, ihm mit den FARC zu helfen«.

Staatschef Santos (2.v.l.) und PCC-Vertreter in BogotáIn Kolumbien machen die Friedensbemühungen offensichtlich Fortschritte. Am vergangenen Freitag empfing Staatschef Juan Manuel Santos im Regierungspalast Nariño führende Vertreter der Kolumbianischen Kommunistischen Partei (PCC). Bei den Gesprächen, die in „offener und herzlicher Atmosphäre“ stattgefunden haben sollen, ging es den Berichten zufolge um die Unterstützung der legalen Linken Kolumbiens für den Friedensprozess zwischen der FARC-Guerrilla und der Regierung.

Heike Hänsel»Die heutige Vereinbarung für Friedensverhandlungen zwischen der kolumbischen Regierung und der FARC ist ein erster Schritt zur Beendigung des seit fünfzig Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien«, erklärt die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel anlässlich der Bestätigung von Präsident Manuel Santos, Gespräche mit der Guerrilla zu führen.

Juan Manuel SantosDer kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat in einer offiziellen Erklärung die vom lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur gemeldeten Verhandlungen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) bestätigt. Ohne auf die näheren Details einzugehen, erklärte er, es habe »Sondierungsgespräche« mit der Guerrilla gegeben, deren Ziel eine Beendigung des Konfliktes gewesen seien. »Vom ersten Tag meiner Amtszeit an habe ich die verfassungsmäßige Verpflichtung erfüllt, mich um den Frieden zu bemühen«, sagte der Staatschef.

FARC-EPFARC-EPWie der lateinamerikanische Nachrichtensender TeleSur meldet, haben sich die kolumbianische Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) auf die Aufnahme von Friedensgesprächen geeinigt. Wie der Sender unter Berufung auf »absolut glaubwürdige Quellen« mitteilt, unterzeichneten beide Seiten heute in Havanna ein Abkommen, das die Aufnahme des Dialogs festlegt. Santos werde die Inhalte des Abkommens in Kürze bekanntgeben, so der Sender. Von Seiten Bogotás oder der Guerrilla liegen bislang keine Stellungnahmen vor.

Carlos LozanoCarlos LozanoWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung eine Presseerklärung des Chefredakteurs der kolumbianischen kommunistischen Wochenzeitung »Voz«, Carlos A. Lozano Guillén.

Am heutigen Tag, Montag, 4. Juni, habe ich aus einer vollkommen zuverlässigen Quelle die Information erhalten, dass die paramilitärische Drogenmafiagruppe »Los Urabeños« von »Don Mario« befohlen hat, mich zu ermorden. Um dieses Verbrechen auszuführen hat sie eine Gruppe von Auftragskillern engagiert, deren Mitglieder sich an verschiedenen Orten Bogotás aufhalten, und die 200.000 US-Dollar mit dem Auftrag erhalten hat, das so schnell wie möglich auszuführen.

Romeo LangloisRomeo LangloisIn Kolumbien ist heute die Übergabe des französischen Journalisten Romeo Langlois an eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erfolgreich abgeschlossen worden. Langlois war am 28. April bei einem Gefecht in die Gewalt der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) geraten, als er mit einer Einheit der Regierungstruppen in umkämpftem Gebiet unterwegs war. Dabei hatte er dem Vernehmen nach eine Uniform der kolumbianischen Armee getragen. Um nicht deshalb von den Aufständischen erschossen zu werden, stellte er sich den Guerrilleros. Diese nahmen ihn erstmal gefangen und überprüften seine Identität. Als diese unter anderem durch Aussagen anderer Reporter, die den Guerrilleros bekannt waren, bestätigt wurde, erklärten sich die FARC zur Freilassung ihres Gefangenen bereit.

Alternative für Kolumbien: Patriotischer NationalratAlternative für Kolumbien: Patriotischer NationalratAufgerufen von mehr als 1500 Organisationen aus dem ganzen Land nehmen heute in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá rund 100.000 Menschen am »Patriotischen Marsch für die zweite Unabhängigkeit« ihres Landes teil. Die Aktion ist der Höhepunkt eines zweijährigen Vorbereitungsprozesses, der am gestrigen Sonntag bereits zur Gründung einer neuen Linkspartei, dem Patriotischen Nationalrat, geführt hat.

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