Montag, 16. Januar 2017
Solidaritätsanzeige

Raúl Castro. Screenshot: CubavisiónRaúl Castro. Screenshot: CubavisiónDer kubanische Präsident Raúl Castro war der letzte Rede auf der beeindruckenden Massenkundgebung in der Nacht zum Mittwoch auf der Plaza de la Revolución in Havanna:

Um euch alle zu beruhigen: Ich bin der letzte Redner!

Liebe Staats- und Regierungschefs, geehrte Delegationsleiter, Persönlichkeiten, Freunde,
liebes Volk von Kuba,

obwohl es mir vorbehalten sein wird, am 3. Dezember die Abschlussrede zu halten, wenn wir uns auf der Plaza de la Revolución Antonio Maceo in Santiago de Cuba versammeln, möchte ich jetzt im Namen unseres Volkes, der Partei und der Regierung sowie der Familie unseren ehrlich empfundenen Dank für Ihre Anwesenheit bei dieser Veranstaltung aussprechen. Wir danken für die bewegenden Worte, die hier gesprochen wurden, sowie für die zahllosen und außerordentlichen Zeichen der Solidarität, der Zuneigung und des Respekts, die wir in dieser Stunde des Schmerzes und der Verpflichtung von überall auf diesem Planeten erhalten haben.

Fidel widmete sein Leben der Solidarität und stand an der Spitze einer sozialistischen Revolution der bescheidenen Menschen für die bescheidenen Menschen, die zu einem Symbol des Kampfes gegen Kolonialismus, Apartheid und Imperialismus, für die Emanzipation und die Würde der Völker geworden ist.

Seine lebendigen Worte erschallen heute wieder auf diesem Platz wie damals bei der Bauernkundgebung am 26. Juli 1959 zur Unterstützung der Bodenreform, mit der der Rubikon überschritten wurde und die Revolution von ihren Gegnern zum Tode verurteilt wurde. Hier bekräftigte Fidel, dass die Bodenreform durchgeführt werden würde, und so haben wir es getan. Heute, 57 Jahre danach, ehren wir den, der sie entworfen und angeführt hat.

An diesem Ort stimmten wir mit ihm zusammen 1960 und 1962 für die Erste und Zweite Deklaration von Havanna. Angesichts der Aggressionen, die von der Organisation Amerikanischer Staaten, OAS, unterstützt wurden, proklamierte Fidel, dass hinter dem Heimatland, hinter der freien Fahne, hinter der erlösenden Revolution ein würdiges Volk steht, das bereit ist, seine Unabhängigkeit und das gemeinsame Schicksal des befreiten Lateinamerika zu verteidigen.

Ich befand mich neben Fidel in dem Gebäude, das heute das Ministerium der Revolutionären Streitkräfte (Minfar) beherbergt, als wir die Explosion des französischen Schiffs Coubre hörten, das die erste und einzigen Waffen transportierte, die wir in Europa kaufen konnten. Wir machten uns von hier auf den Weg zu den Docks um den Opfern zu helfen, weil wir bereits wussten, dass sich diese Explosion nur auf dem Schiff hatte ereignen können, von dem diese Waffen entladen wurden. Wenige Minuten nach unserer Ankunft gab als als tödliche Falle eine zweite Explosion. Beide Detonationen zusammen forderten 101 Tote und zahlreiche Verletzte.

Mit ihm wurde Kuba hier im Dezember 1961 zu einem vom Analphabetismus befreiten Territorium erklärt. Das war der Abschluss der Alphabetisierungskampagne, deren Protagonisten mehr als 250.000 Lehrer und Studenten waren und die auch nicht aufgehalten wurde, als im selben Jahr Veteranen der Rebellenarmee und der gerade entstehenden Nationalen Revolutionären Milizen in Playa Girón die Söldner bekämpften und sich in den Gebirgsregionen den aus dem Ausland eingeschleusten bewaffneten Banden entgegenstellten, die neben vielen anderen Schandtaten zehn junge Alphabetisatoren ermordeten.

Es wurde in Girón gesiegt, und gleichzeitig wurde die Alphabetisierung des ganzen Landes erfüllt, damit, wie Fidel damals sagte, die Jugend die Zukunft in ihren Händen hält.

Tiefbewegt hörten wir hier auf dieser Plaza den Comandante en Jefe bei der feierlichen Zeremonie zu Ehren des unvergessenen Comandante Che Guevara, und wir kehrten 30 Jahre später auf sie zurück, um inmitten der schwerste Phase der Besonderen Periode vor seinen sterblichen Resten zu versprechen, dass wir seinem unsterblichen Beispiel folgen werden.

Erschrocken und empört nahmen wir teil an der schmerzvollen Verabschiedung der 73 Personen, die bei dem Anschlag auf das Flugzeug der Cubana de Aviación in Barbados durch den Staatsterrorismus ermordet wurden. Unter ihnen waren die jungen Goldmedaillengewinner der vierten Zentralamerikanischen und Karibischen Fechtmeisterschaft. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir mit ihm: Wenn ein energisches und standhaftes Volk weint, erzittert das Unrecht.

Diese Plaza ist der Platz wichtiger Maidemonstrationen in der Hauptstadt: 1996 gegen die Blockade und das Helms-Burton-Gesetz, das noch immer in Kraft ist; 1999 die riesige Parade und 2000 die offene Tribüne der Jugendlichen, Studenten und Arbeiter, auf der Fidel sein Konzept der Revolution vorstellte, das in diesen Tagen Millionen Kubaner durch ihre Unterschrift in Akten heiligen Willens zu dem ihren machen.

Dies ist der Ort, an dem wir die Beschlüsse unserer Kongresse der Kommunistischen Partei Kubas unterstützt haben. In diesem Geist ist in diesen Tagen das Volk mit einer großen Beteiligung der Jugendlichen hierher gekommen, um dem Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution bewegt Tribut zu erweisen und seinen Ideen und seinem Werk die Treue zu schwören.

Lieber Fidel,

am Denkmal für José Martí, dem Nationalhelden und intellektuellen Autor des Angriffs auf die Moncada-Kaserne, an dem wir uns mehr als ein halbes Jahrhundert lang in Momenten außerordentlichen Schmerzes und zu Ehren unserer Märtyrer sowie zur Proklamation unserer Ideale, zu Ehren unserer Symbole und zur Befragung des Volkes über wegweisende Entscheidungen versammelt haben, genau hier, wo wir unserer Siege gedenken, sagen wir dir gemeinsam mit unserem selbstlosen, kämpferischen und heldenhaften Volk:

¡Hasta la Victoria Siempre!

Übersetzung: André Scheer, junge Welt

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