Montag, 16. Januar 2017
Solidaritätsanzeige

Nordamerika

Donald Trump. Foto: Gage Skidmore – Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)Donald Trump. Foto: Gage Skidmore – Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)Blankes Entsetzen und Fassungslosigkeit war in den Gesichtern von Politkern, Journalisten und Zuschauern zu sehen, nachdem sich in den frühen Morgenstunden immer klarer abzeichnete, daß Donald Trump den Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA gewinnen würde. In den europäischen NATO-Ländern, zumindest in den meisten, hatte man sich auf einen Wahlsieg der Lieblingskandidatin der neuen Kalten Krieger eingestellt. Denn Hillary Clinton, Vertreterin des größten Teils des politischen, wirtschaftlichen und militärischen Establishments der USA, stand für ein eindeutiges »Weiter so«, für die weitgehend übergangslose Fortsetzung der Innen- und Außenpolitik ihres früheren Chefs Barack Obama.

United States of AmericaWir sammeln nachstehend Stellungnahmen zum Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA, die der republikanische Kandidat Donald Trump gewonnen hat:

Patrik Köbele, Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), kommentierte den Ausgang der Abstimmung: »Wahltage seien ›Feiertage der Demokratie‹, erzählen die Propagandisten des Kapitals. Das deutsche Establishment ist nicht in Feierlaune: Sie haben Angst, dass Präsident Trump den aggressiven NATO-Kurs gegen Russland abschwächen könnte, sie haben Angst, dass er die kompromisslose Orientierung auf Freihandel kassieren könnte.

United States of AmericaKann sich eigentlich noch jemand daran erinnern, was Barack Obama vor mehr als acht Jahren alles versprochen hat? »Hope« und »Change«, Hoffnung und Wandel, waren die wichtigsten Schlagworte, neben dem unverbindlichen »Yes, we can«. Wie groß waren der Jubel in weiten Kreisen der Bevölkerung der USA und die Begeisterung darüber, daß zum ersten Mal ein Schwarzer den Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA gewonnen hatte! Und dann?

Kundgebung am Samstag, 29. Oktober 2016 um 15 Uhr auf dem Pariser Platz vor der US- Botschaft in Berlin

Kundgebung am 29. Oktober 2016 in BerlinÜber 500 Jahre nach der brutalen Eroberung der Azteken- und Inkagebiete, 125 Jahre nach dem letzten militärischen Massaker an Native Americans in den USA, und über 40 Jahre nach der gewalttätigen Unterdrückung revolutionärer bewegungen in den USA durch das Counter-Intelligiance -Programme (COINTELPRO), ist die längste Völkermord- und Kolonialgeschichte der Welt noch nicht beendet: Mord, Vertreibung, juristische Verfolgung, mangelhafte medizinische Versorgung, Zerstörung der Lebensräume und aufgezwungene Armut und Assimilation sind dabei nur ein paar Dinge, denen Indigene ausgesetzt sind.

Das war nicht die Nacht von Donald Trump: CNN-Homepage am Dienstagmorgen. Screenshot: CNNDas war nicht die Nacht von Donald Trump: CNN-Homepage am Dienstagmorgen. Screenshot: CNNBei den ersten Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf hat sich in Iowa bei den Demokraten die Favoritin und frühere Außenministerin Hillary Clinton nur knapp gegen ihren linken Konkurrenten Bernie Sanders durchsetzen können. Nach den von CNN verbreiteten Ergebnissen erreichte die ehemalige »First Lady« 50 Prozent der Stimmen der demokratischen Parteigänger in dem kleinen Bundesstaat, während der sich als »demokratischer Sozialist« bezeichnende Sanders auf 49 Prozent kam. Zum Nominierungsparteitag der Demokraten entsendet Iowa somit 24 Delegierte für Clinton und 21 für Sanders. Die anderen demokratischen Bewerber spielten keine Rolle.

Atomexplosion 1945. Foto: Thomas Williams (CC BY-SA 2.0) Atomexplosion 1945. Foto: Thomas Williams (CC BY-SA 2.0) Die USA haben in den 50er Jahren geplant, Millionenstädte wie Berlin, Moskau und Leningrad mit massiven Atomschlägen anzugreifen. Allein für »Ost-Berlin« waren 91 Ziele vorgesehen gewesen. Das geht aus Dokumenten hervor, dass das Nationale Sicherheitsarchiv der USA am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichte. Den Antrag dazu hatten Wissenschaftler der George-Washington-Universität bereits 2006 gestellt. Der Chef der Gruppe, William Burr, bezeichnete es gegenüber der »New York Times« als »verstörend«, dass ausdrücklich die »Bevölkerung« (Population) als zu attackierendes Ziel aufgeführt worden sei.

Mumia Abu-Jamal. Foto:  4WardEver Campaign UK (CC BY 2.0) Mumia Abu-Jamal. Foto: 4WardEver
Campaign UK (CC BY 2.0)
Wir dokumentieren nachstehend eine Erklärung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) zum Gesundheitszustand des in den USA inhaftierten Journalisten Mumia Abu-Jamal:

 
Die VVN-BdA fürchtet den drohenden Tod ihres Ehrenmitglieds Mumia Abu-Jamal durch unterlassene Hilfeleistung und fordert angemessene medizinische Versorgung des schwer an Diabetes Erkrankten.

Mumias bislang letzte Kolumne am letzten Dienstag in der jungen WeltMumias bislang letzte Kolumne
am letzten Dienstag in der jungen Welt
Seit fast 15 Jahren veröffentlicht der US-amerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal eine wöchentliche Kolumne in der Tageszeitung junge Welt. Am Montag wird dieser Gastbeitrag nicht erscheinen können. Der gesundheitliche Zustand des in den USA inhaftierten schwarzen Aktivisten lässt das nicht zu. Es ist erst das dritte Mal in dieser langen Zeit, dass die Kolumne nicht an ihrer gewohnten Stelle steht, nachdem zuvor die juristischen Auseinandersetzungen mit den Behörden zweimal die Veröffentlichung verhindert hatten.

Protestkundgebung am Donnerstag vor der US-Botschaft in Berlin. Foto: Kurt Sonntag (CC BY-SA 3.0 DE)Protestkundgebung am Donnerstag vor der US-Botschaft in Berlin. Foto: Kurt Sonntag (CC BY-SA 3.0 DE)

Am Mittwoch um 19 Uhr abends (Ortszeit) wurde der Journalist und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal zurück auf die Krankenstation des Gefängnisses SCI Mahanoy in Frackville, Nord-Pennsylvania, verlegt. Wieder erfuhren sowohl Angehörige als auch Verteidiger erst viele Stunden später davon, nämlich am Mittag des nächsten Tages. Zwei Tage zuvor war Mumia nach einer plötzlichen Bewusstlosigkeit in ein öffentliches Krankenhaus in der Nähe des Gefängnisses, das Schuylkill Medical Center in Pottsville, überstellt worden. Die Diagnose lautete auf einen Diabetesschock. Ein solcher ist unbehandelt lebensgefährlich.

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