Digitaler Meilenstein: Kuba präsentiert erste eigene KI-Lösung SocIA
Übernommen von Cuba heute:
Kuba hat seine erste selbst entwickelte Künstliche Intelligenz. Wie das Nachrichtenportal Cubadebate berichtet, hat das private Software-Startup Avangenio am Donnerstag die KI-Plattform SocIA vorgestellt. Die Anwendung positioniert sich als Schlüssellösung zur Optimierung von Arbeitsabläufen und stellt laut dem Unternehmen einen bedeutenden technischen Durchbruch des Landes auf dem Gebiet der eigenständigen KI-Entwicklung dar.
Optimierung von Unternehmensprozessen
Die Plattform generiere nicht nur Inhalte, sondern „konzentriert sich darauf, komplexe Aufgaben von Anfang bis Ende zu erledigen“, berichtet Cubadebate. Dazu gehören die Automatisierung sich wiederholender Prozesse, die Erstellung detaillierter Berichte, das Projektmanagement und die Interaktion mit bestehenden Unternehmenssystemen. Die Software kann verschiedene Dateitypen (Text, Audio, Video) verarbeiten und Wissensdatenbanken erstellen. Sie richtet sich an Organisationen und Unternehmen aller Größen und soll in drei verschiedenen Preismodellen verkauft werden.
Ariadne Plasencia Castro, Präsidentin der Unternehmensgruppe für Informatik und Kommunikation (GEIC), betonte, dass SocIA das Engagement Kubas für technologische Innovation widerspiegelt. Als eigene Lösung reduziert SocIA nicht nur die Abhängigkeit von ausländischen Technologien, sondern eröffnet dem Land auch Möglichkeiten, sich als Exporteur digitaler Dienstleistungen auf dem Weltmarkt zu positionieren.
„Kuba kann bei KI nicht zurückbleiben“
Laut Alain Abel Garófalo, Leiter der KI-Strategie bei Avangenio, müssen kubanische Unternehmen generative KI beschleunigt einführen, um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. SocIA will nicht nur den Zugang zu dieser Technologie demokratisieren, sondern ermöglicht es lokalen Unternehmen auch, international hochwertige Dienstleistungen anzubieten.
Kuba treibt seit einigen Jahren die Entwicklung von KI-Anwendungen voran. Ziel ist es, damit verschiedene Prozesse zu optimieren und der anhaltenden Wirtschaftskrise mit Effizienzgewinnen zu begegnen. Dafür hatte die Regierung ein Programm zur Informatisierung und technologischen Innovation aufgelegt. Präsident Díaz-Canel forderte beim jüngsten Treffen des beratenden Ausschusses die stärkere Nutzung und Entwicklung von KI-Technologien in Kuba, die er als „Schlüsseltechnologie“ bezeichnete.
„Die Welt entwickelt sich sehr schnell und wir können nicht zurückbleiben. Für ein Land wie unseres ist künstliche Intelligenz entscheidend. Wir haben Potenzial, denn unabhängig von der Infrastruktur und all dem geht es um Wissen und Vorbereitung. Es ist wie in der Biotechnologie, wo wir in kurzer Zeit in der Lage waren, mit der Welt Schritt zu halten“, sagte Díaz-Canel.
Bislang waren vor allem staatliche Einrichtungen und Universitäten, oft in Zusammenarbeit mit Ländern wie China, in diesem Bereich aktiv. Doch auch der Privatsektor kann in Kuba auf eine anerkannte Expertise im IT-Bereich zurückgreifen, wie sich nun mit der Vorstellung von SocIA zeigt.
Quelle: Cuba heute