Heraus zum internationalen Frauenkampftag!
Übernommen von DKP Bayern:
DKP-Info zum Internationalen Frauentag
Solidarität mit den Streikenden! Heraus zum 8. März!
Es sind oft Frauen, die im Kampf für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Entlastung in der ersten Reihe stehen. Sie bestreiken Kliniken, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Straßenbahnen, Jugendämter und Flughäfen. Und das mit einer zunehmenden Wut im Bauch. Kein Wunder, denn sie sind von den Ungerechtigkeiten dieses Systems besonders betroffen.
16 Prozent weniger Lohn
Im Durchschnitt verdienen Frauen in diesem Land noch immer 16 Prozent weniger als Männer. Das liegt auch daran, dass die Löhne in den sogenannten Frauenberufen im Gesundheits-, Bildungs- und Erziehungswesen oder in Service und Reinigung besonders gering sind. Oft sind die Arbeitsbedingungen dort so mies und kräftezehrend, dass die Kolleginnen und Kollegen vielfach in Teilzeit gezwungen werden. Dieser Zustand wird durch die fehlende und mangelhafte Kinderbetreuung noch verstärkt.
Frauen sind die Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, Erzieherinnen, Köchinnen und Reinigungsfachkräfte dieser Republik. Leisten sie all das als Lohnarbeit, werden sie schlecht bezahlt. Leisten sie all das nach Feierabend, wird das als selbstverständlich angesehen. Die doppelte Ausbeutung und der Druck auf die Frauen wachsen durch das kaputtgesparte Sozialsystem. Geschlossene Kindergärten wegen fehlenden Personals, überlaufene Notaufnahmen und Krankenstationen sowie die Profitgeilheit privater Pflegeheime verschlechtern die Arbeits- und Lebensbedingungen.
Beschäftigte am Limit
In den letzten Jahren wurde die Öffentliche Daseinsvorsorge, gerade im Bereich der Pflege und Betreuung, kaputtgespart, ökonomisiert, privatisiert und dadurch schlechter und unzuverlässiger. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Menschen, die in diesen Berufen arbeiten, immer weiter an. Das Personal dort wird wegrationalisiert, immer mehr soll von immer weniger Beschäftigten gestemmt werden. Das spiegelt sich auch im überdurchschnittlich hohen Krankenstand zum Beispiel im Kita-Bereich oder bei den Pflegeberufen wider.
Frauenkampf ist Friedenskampf
All das ist auch eine Folge davon, dass immer mehr Geld in die Rüstung gesteckt wird. Die Folge ist ein massiver Abbau der Öffentlichen Daseinsvorsorge. Bereits jetzt ist diese Entwicklung spürbar, dabei werden weite Teile des Aufrüstungspakets aktuell noch aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen der Bundeswehr finanziert. Doch damit nicht genug: Inzwischen werden von Union bis zu den Grünen sogar 200 Milliarden im Jahr für immer mehr Waffen gefordert. Das wäre fast die Hälfte des gesamten Haushalts!
Aufrüstung heißt Sozialkahlschlag
Immer mehr Waffen machen die Welt nicht sicherer, sondern bedrohlicher. Lautstark fordert diesen Erkenntnissen zum Trotz der NATO-Generalsekretär Mark Rutte nicht nur immer weitere Militärausgaben, sondern auch, das Geld dafür künftig aus den Sozialetats der Mitgliedsstaaten zu nehmen. Das trifft alle, aber besonders hart die Frauen, die aufgrund ihrer niedrigeren Löhne und oft prekärer Lebensumstände besonders auf diese Leistungen angewiesen sind. Wer von sozialer Gerechtigkeit und Frauenkampf spricht, darf deshalb zu Aufrüstung und Kriegsvorbereitung nicht schweigen.
Frauen sind besonders von der weltweit eskalierenden Kriegspolitik betroffen. Auch sie sollen in die neue Wehrpflicht einbezogen werden. Hochrüstungs- und Kriegspolitik ist nicht feministisch wie es uns Annalena Baerbock weismachen will, sondern frauenfeindlich – das dramatischste Beispiel ist der Völkermord in Gaza. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros sind rund 70 Prozent der Toten Frauen und Kinder.
Frauenkampf ist Klassenkampf
In immer mehr Ländern sind am 8. März nicht nur Millionen Frauen auf der Straße, sondern auch im Streik für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. In den vergangenen Jahren hatten viele Streiks ein weibliches Gesicht. Das gilt für die Streiks im Einzelhandel, im Sozial- und Erziehungsdienst, im Öffentlichen Dienst sowie im Gesundheitsbereich. Auch dieses Jahr finden rund um den 8. März wieder Streikaktionen und Frauenstreiks statt – das vierte Jahr in Folge. Die Entwicklung des Frauentags zum Streiktag zeigt: Frauenkampf ist Klassenkampf.
Wollen wir dieses System weiter ertragen? NEIN! Das kapitalistische Profitsystem ist nicht mehr tragbar. Nutzen wir den Internationalen Frauentag als Tribüne gegen Krieg, gegen das Abwälzen der Kriegs- und Krisenlasten, gegen den Kahlschlag in der öffentlichen Daseinsfürsorge, gegen weiteren Demokratieabbau. Nutzen wir ihn für den Kampf um Frauenrechte, Gleichberechtigung, höhere Löhne und internationale Solidarität.
Heraus zum 7. März! Heraus zum Equal Pay Day! Für gleiche Bezahlung von gleichwertiger Arbeit!
Heraus zum 8. März! Heraus zum Internationalen Frauentag! Frauenrechte wurden immer erkämpft, niemals geschenkt!
Für die Rechte der Frauen! Für Frieden überall in der Welt!
Die Frauenfriedensbewegung hat viele Meilensteine gesetzt. So zum Beispiel vor 115 Jahren, als auf der 2. Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen 1910 in Kopenhagen eine Resolution zum Erhalt des Friedens beschlossen wurde. Auf dieser Konferenz wurde auch auf Anregung von Clara Zetkin beschlossen, dass jährlich ein Frauentag mit internationalem Charakter durchgeführt werden soll. Auf zahlreichen Frauentagen stand seither das Thema Frieden im Mittelpunkt. Oder die Frauenfriedenskonferenz vor 110 Jahre, als sich im März 1915 – zu Beginn des Ersten Weltkrieges – sozialistische Frauen aus acht Ländern unter schwierigsten Bedingungen in Bern trafen. Sie vereinbarten gleichzeitige Friedenskundgebungen in ihren Ländern und beschlossen einstimmig eine Resolution, die die Losung der Vaterlandsverteidigung verurteilte und zum gemeinsamen Kampf für den Frieden aufrief. „Der Sozialismus allein ist der künftige Menschheitsfriede! Nieder mit dem Kapitalismus (…) Nieder mit dem Kriege! Durch zum Sozialismus!“, so endete die Resolution.
Quelle: DKP Bayern