22 | 07 | 2019

MaliMaliInzwischen ist es mehr als eine Woche her, dass Frankreich eine Militärintervention in seiner ehemaligen Kolonie Mali begann, um, wie es hieß, den Vormarsch der islamistischen Rebellen auf die Hauptstadt Bamako zu stoppen.

Um eines vorweg zunehmen: Wir haben keine Sympathie für fanatische religiöse Gruppen, die mit Hilfe militärischer Gewalt und terroristischer Attacken einen Gottesstaat errichten wollen – nicht in Mali, nicht in Syrien oder anderswo.

 

Doch wenn der französische Armeeminister behauptet, in Mali müsse »ein Terrorstaat vor den Augen Frankreichs und Europas verhindert werden«, dann ist das an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Denn in Wirklichkeit geht es darum, geostrategische Positionen zu sichern, ein dem Westen genehmes Regime zu unterstützen und sich den Zugang zu Rohstoffen zu erhalten. Speziell für die Atommacht Frankreich steht in seiner ehemaligen Kolonie die Sicherung der dortigen Schürfrechte, insbesondere für Uran, auf dem Spiel.

Dieser Zweck heiligt offenbar die Mittel, und die Lügen, mit denen die Öffentlichkeit bombardiert wird, sind im Falle Mali nicht anders als in den Kriegen, welche die USA und andere westlichen »Leuchttürme der Freiheit« in Afghanistan, Irak, Jemen, Somalia und Libyen führten. Der französische Präsident war im Jahr 2003 einer der schärfsten Kritiker des von keiner UNO-Resolution gedeckten Angriffskriegs der USA gegen den Irak. Das hindert ihn zehn Jahre später nicht daran, im Falle von Mali unilateral militärisch vorzupreschen.

Es gibt eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats vom 20. Dezember 2012 (Resolution 2085), welche die Regierung in Bamako auffordert, schnell Verhandlungen mit den Rebellen im Norden des Landes aufzunehmen, und den Einsatz von Einheiten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in Mali gutheißt, aber es gibt bis heute keine Resolution des UNO-Sicherheitsrats, welche die Frankreich dazu ermächtigt hätte, Ortschaften in Mali zu bombardieren und eine militärische Bodenoffensive einzuleiten, um die Rebellen, von denen viele während der vergangenen Jahre von USA-Instrukteuren im »Kampf gegen den Terror« militärisch ausgebildet wurden, aus dem Norden Malis zu vertreiben.

Doch weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird nun von den Regierenden und den großen Medien die Kriegstrommel gerührt, und die Stimmen, die sich grundsätzlich gegen die Militärintervention Frankreichs in Mali aussprechen, mundtot gemacht werden.

Opfer dieses Kriegs der herrschenden Medien gegen die Wahrheit wurde auch die Stellungnahme der KPL gegen den Krieg in Mali, die von den Zensoren in den zwei großen Regierungszeitungen, wenn nicht in den Reißwolf, dann in den Papierkorb befördert wurde.

Doch es ist nicht sicher, ob das Kalkül der Kriegsherren aufgehen wird. Sollte der Blitzkrieg länger dauern und eine Internationalisierung der Kampfhandlungen nach sich ziehen, wird das zu noch mehr Zerstörungen, noch mehr Toten, noch mehr Elend und noch mehr Flüchtlingen (für die wir dann wiederum barmherzig spenden sollen) führen.

Mit dem Kriegsabenteuer in Mali droht Frankreich ein Faß ohne Boden, sein eigenes Afghanistan. Kurzfristig mag die Kriegseuphorie, die von den gleichgeschalteten politischen Parteien und Medien verbreitet wird, die Überhand behalten, doch es ist nicht sicher, ob man damit langfristig die Bevölkerung, die zunehmend unter Arbeitslosigkeit, Armut und Sozialabbau leidet, betrügen kann.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek / RedGlobe

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