Am heutigen 1. September beginnt das neue Ausbildungsjahr – „bei der Deutschen Post AG allerdings mit einem Debakel“, erklärte Robin Faber von ver.di Bayern: „Während der Postvorstand gerne von ‚gesellschaftlicher Verantwortung‘ spricht, ist seit der Privatisierung der einstmals wichtige Ausbildungsbetrieb Bundespost völlig heruntergewirtschaftet worden“, so Faber.

Von über 8.000 neuen Ausbildungsplätzen beim Postdienst 1991 sind im Jahr 2020 gerade mal knapp 1.400 übriggeblieben, davon nur knapp 1.000 in der Zustellung. In ganz Bayern sind es gerade einmal 106.

Und die zahlreichen Bewerberinnen und Bewerber für diese 979 Ausbildungsstellen haben es zusätzlich schwer: 13 von 14 Bewerberinnen und Bewerbern erklärt die Post kurzerhand für „ungeeignet“ und lässt mit dieser Begründung aktuell jeden dritten Ausbildungsplatz leer. In einer Niederlassung wurde sogar kein einziger Ausbildungsplatz besetzt.

„Wenn der Postvorstand keinen Bock auf Ausbildung hat, soll er es sagen und nicht auch noch den Jugendlichen die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben“, kritisierte Faber.

„Statt sich um qualifizierten Nachwuchs zu kümmern, scheint der Postvorstand nur noch den schnell eingesteckten Euro vor Augen zu haben. Den Preis zahlen alle Beschäftigten, wenn so ein einst angesehener Beruf heruntergewirtschaftet wird“, unterstützt David Merck, Leiter des Fachbereichs Postdienste bei ver.di Bayern: „Wir fordern deshalb die Post auf, sich dringend um die Nachbesetzung der noch offenen Ausbildungsplätze zu kümmern. Im Übrigen wird dieser Skandal uns und unsere Mitglieder darin bestärken, in der kommenden Tarifrunde unsererseits eine deutliche finanzielle Aufwertung des Berufs und der Ausbildung durchzusetzen“, betonte Merck.

Quelle:

ver.di Bayern