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Berlin

Im Zusammenhang mit den sogenannten Querdenken-Demonstrationen in Berlin am 1. und 29. August ist es zu vielen Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten gekommen. "An den beiden Wochenenden wurden insgesamt elf TV-Teams angegriffen, die in der Regel aus zwei bis drei Personen bestehen; zwei Redaktionen bedroht sowie 29 freie Journalist*innen: Pressefotograf*innen aber auch Videojournalist*innen", sagte der Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union Berlin Brandenburg (DJU), Jörg Reichel, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "nd.DerTag" (Donnerstagausgabe).

"Insgesamt war alles dabei: schlagen, schubsen, bedrohen, beleidigen, anspucken, Versuche, Mund-Nasen-Schutze abzureißen, Schlag auf die Kamera, wegdrücken", so der Gewerkschaftsvertreter. Es ginge also nicht um ein beiläufiges Beschimpfen als "Lügenpresse", das habe man gar nicht dokumentiert. Über die Dunkelziffer könne man nur spekulieren, erklärte Reichel gegenüber "nd.DerTag".

Die Übergriffe dürften für die küftige Berichterstattung über die Proteste gegen die Maßnahmen der Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie Konsequenzen haben. Journalistinnen und Journalisten müssen, so Reichel, künftig von den Corona-Protesten aus der Distanz berichten. Es sei nicht zu erwarten, dass die Polizei besser aufgestellt sein werde, um den Schutz der Journalistinnen und Jorunalisten auf Demonstrationen zu gewährleisten. Am meisten hat den Landesgeschäftsführer der DJU schockiert, dass die Angriffe auf die Presse teilweise organisiert waren. Bei einem Vorfall sollen Vertreter der sogenannten Identitären Bewegung vier bis fünf Journalistinnen und Journalisten angegriffen haben. "Es gab niemanden, der sich vor die betroffenen Journalist*innen gestellt hat und sie geschützt hat oder dazwischen gegangen ist", kritisierte Reichel.

Bei den nächsten Demonstrationen am 2. Oktober will die Gewerkschaft erneut vor Ort sein und Übergriffe auf die Presse dokumentieren sowie Pressevertreterinnen und Pressevertreter rechtlich beraten.

Quelle:

nd via ots

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