In der vierten Verhandlungsrunde am 18. September 2020 wurde für die rund 420 nichtärztlichen Beschäftigten der Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH eine Tarifeinigung erzielt. Die ver.di-Tarifkommission hat dem Verhandlungsergebnis mit großer Mehrheit zugestimmt. In einer Mitgliederbefragung werden die ver.di-Mitglieder darüber entscheiden, ob die Tarifeinigung angenommen wird. Die Mitgliederbefragung endet am 29. September 2020.

Mit der Tarifeinigung werden rückwirkend ab 1. März 2020 die Entgelte um 3,1 Prozent erhöht. Mit dem Wegfall der Entgeltgruppe 1 wird in der niedrigsten Entgeltgruppe mindestens der Brandenburger Vergabemindestlohn von 10,68 EUR pro Stunden gezahlt.  Zum 1. Oktober 2020 werden die Entgelte um weitere 2,1 Prozent erhöht. Zum 1. Oktober 2020 wird mit der Tarifeinigung ein Entgeltniveau erreicht, welches bei einer Pflegefachkraft mit 3jähriger Berufserfahrung rund 90 Prozent des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes (TVöD, Stand März 2020) entspricht.

Der Nachtzuschlag steigt ab 1. Oktober von 2,06 EUR auf 3,00 EUR pro Nachtstunde. Im Dezember 2020 wird zusätzlich eine einmalige Beihilfe in Höhe von 1.250 EUR (bei Teilzeitbeschäftigung entsprechend anteilig) zum Ausgleich der Corona-Belastungen während der Monate März 2020 bis Dezember 2020 gezahlt. Die Laufzeit beträgt nur 13 Monate und endet am 31. März 2021. Ab 1. April 2021 können erneut Tarifverhandlungen aufgenommen werden.

"Die Einigung auf eine 13monatige Laufzeit hat den Tarifkompromiss erst möglich gemacht", so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer. "Über die Tarifthemen, bei denen keine Tarifeinigung erzielt wurde, wollen wir im April 2021 erneut mit dem städtischen Krankenhaus Tarifverhandlungen führen" so Ralf Franke weiter. Am 15. September 2020 fand beim städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt der erste Warnstreik statt. Mehr als 50 Krankenhausbeschäftigte hatten sich an dem einstündigen Warnstreik beteiligt.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg