Nachdem sich in der letzten Woche zahlreiche Beschäftigte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Warnstreiks beteiligten, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erneut zu Arbeitskampfmaßnahmen auf.

„Wir wollen unserer legitimen Forderung nach einem deutlichen Plus bei den Einkommen noch einmal Nachdruck verleihen“, sagt Normen Schulze, ver.di Gewerkschaftssekretär. „Den Lobesliedern und Beifallsbekundungen für die Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Postlerinnen und Postler in der Coronakrise müssen nun ordentliche Lohnprozente folgen“, so der Gewerkschafter weiter.

Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt angedeutet, sich lediglich eine bis zu 1,5%ige Lohnsteigerung vorstellen zu können. Die rund 140.000 Tarifbeschäftigten fordern dagegen eine Erhöhung von 5,5 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten und einen Anstieg der Vergütung für Auszubildende und Studenten um monatlich 90 €.

Die Deutsche Post DHL hatte Anfang August gute Geschäftszahlen für das vergangene Quartal gemeldet. Insgesamt legte der Umsatz des Logistikriesen zwischen April und Juni um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro zu. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn erhöhte sich sogar um 14,6 Prozent auf 525 Millionen Euro.

„Die Deutsche Post AG ist ganz klare Krisengewinnerin“, erklärt Normen Schulze. Deshalb sei es völlig unverständlich, dass in den vorangegangen zwei Verhandlungsrunden kein konstruktives Verhandlungsangebot unterbreitet wurde. Schulze weiter: „Die Kolleginnen und Kollegen werden um ihren gerechten Anteil am Unternehmenserfolg kämpfen.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 21./22. September statt.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen