23 | 02 | 2020

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) reagiert mit völligem Unverständnis auf den Senatsbeschluss, die Taktzeiten in den Bürgerämtern zu verkürzen. Offenbar beabsichtigt Innensenator Geisel die Taktzeiten der Bürgerämter zu verkürzen, damit mehr Termin angeboten werden können. „Die vorgeschlagene Lösung geht aber in die völlig falsche Richtung und berücksichtigt nicht die tatsächliche Lage vor Ort“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretärin Marion Kruck Seit Jahren sind die Bürgerämter bei steigenden Serviceleistungen personell unterausgestattet, was ver.di stets kritisiert hatte. Technische Pannen bei der Einführung neuer Technik bzw. Umstellung auf neue Programme sorgten zusätzlich für Ausfallzeiten. Auch das Verhalten vieler Kunden, vorsorglich mehrere Termine zu buchen und nicht benötigte dann nicht abzusagen, verschärft die Situation. Die angestrebte 14-Tage-Frist lässt sich daher oft nicht erreichen. An dieser Lage kann auch politischer Druck nicht viel ändern.

Die Beschäftigten erbringen unter den schwierigen Bedingungen eine quantitativ und qualitativ hochwertige Dienstleistung. „Aus unserer Sicht trägt die Arbeit in den meisten Bezirken trotz aller Schwierigkeiten Früchte, allerdings mangelt es oft an der notwendigen Wertschätzung. Im Gegenteil: oft werden die Beschäftigten für die von ihnen nicht verursachte Mangelsituation verantwortlich gemacht und auch beschimpft. Jetzt eine erneute Verkürzung der Taktzeiten einzuführen, wäre nicht nur kontraproduktiv, sondern schadet dem Servicegedanken und damit den Bürgerinnen und Bürgern mehr, als sie nutzt“, so Marion Kruck.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg

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