Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf eine Anfrage der Linke-Politikerin Gaby Gottwald hervor, die "nd" vorliegt. Demnach haben bei der WBM, die Bestände vor allem in der Berliner City Ost hat, 337 Gewerbemieter Anträge auf Stundung oder Erlass der Miete gestellt. Dabei geht es um ein Mietvolumen von über 5,3 Millionen Euro.

Die anderen landeseigenen Wohnungsunternehmen und die Berlinovo sind weit weniger betroffen. Auf sie entfällt bei rund 650 Anträgen eine Gewerbemietsumme von rund 1,7 Millionen Euro, die noch nicht bezahlt worden konnte. Viele der WBM-Mieter sind stark vom Tourismus- und Veranstaltungsgeschäft abhängig. Von Wohnungsmietern wurden bei allen Gesellschaften zusammengenommen mit Stand 3. Juni insgesamt 1416 Anträge auf Stundung mit einem Volumen von knapp einer Million Euro gestellt. "Stundungsanträgen wurde von uns sofort und unbürokratisch stattgegeben", sagte der WBM-Sprecher Christoph Lang zu "nd". "Es wird aber nicht bei Stundungen bleiben", ist er überzeugt. Man sei gerade dabei, mit Gewerbemietern über individuelle Lösungen für offene Forderungen zu sprechen.

Der Senat erwägt, kleinen und mittleren Unternehmen mit Zuschüssen für die April- und Mai-Miete unter die Arme zu greifen, wie aus einem Diskussionspapier der Finanzverwaltung zum "Umgang mit Covid-19-bedingten gewerblichen Mietausfällen bei Berliner Landesunternehmen" von Ende Juni hervorgeht, das "nd" vorliegt. Demnach soll bis zur Hälfte der Miete bezuschusst werden können.

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Neues Deutschland via ots