Mittwoch, 26. April 2017
Solidaritätsanzeige

Geldtransporter von Prosegur. Foto: Nacho / flickr (CC BY 2.0)Seit dem 28. April streiken die Beschäftigten des Geld- und Werttransportunternehmens Prosegur in Potsdam. Der ursprünglich von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di als »Warnstreik« angekündigte Ausstand wurde seither täglich verlängert, ein Ende ist weiter nicht absehbar. Inzwischen sind bei einigen Banken in der Region die Geldautomaten leer, da die Belieferung nicht stattfindet. Auch in einigen Geschäften soll Berichten zufolge inzwischen das Wechselgeld fehlen.

»Der Streik wird beendet, wenn der Arbeitgeber sich mit einer gemeinsamen Erklärung zur Übernahme des Tarifergebnisses verpflichtet«, kündigte ver.di-Verhandlungsführer André Pollmann an. Am vergangenen Donnerstag wurden in einem Spitzengespräch Eckpunkte für einen Tarifkompromiss gefunden. Diese Eckpunkte hat ver.di nun in einen Tarifvertrag gegossen und fordert den Arbeitgeber auf, diesen zu unterzeichnen.

 

»Allerdings hat der Arbeitgeber offenbar den Streik bislang nicht ernst genommen und seine Energie in die Unterwanderung des Streiks mittels Streikbrechern investiert und nicht in die Kompromissfindung. Anscheinend ändert sich seine Haltung, da der Streik und seine Folgen von der Öffentlichkeit kritisch beobachtet werden«, so André Pollmann.

Es geht bei dem Streik um die Aktualisierung des bereits über 14 Jahre alten Haustarifvertrages, es geht um ein ordentliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, um eine Absicherung für den tatsächlich höchst gefährlichen Beruf, hier um die Versorgung der Familie bei Tötungen oder der Beendigung der Tätigkeit durch die Folge von Überfällen beim Geld- und Werttransport.

»Seit Dezember 2014 gibt es den Versuch zu verhandeln und seitdem verschleppt die Geschäftsführung die Verhandlungen«, so Pollmann. Bereits am 2. März 2015 hatten die Beschäftigten für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Doch auch die folgenden drei Verhandlungstermine waren davon geprägt, dass die Geschäftsführung den Forderungen der Beschäftigten prinzipiell ablehnend gegenüberstand. Sie will lediglich ihr eigenes Konzept eines »Arbeitszeitkontenmodells« durchsetzen, mit dem sie künftig Personalkosten weiter einsparen kann. Dieses ist jedoch für die Beschäftigten, die ihren ohnehin schon niedrigen Stundenlohn von nur 10,92 Euro nur mit einigen bezahlten Überstunden aufwerten können, nicht akzeptabel. Durch das Arbeitszeitkonto würden gerade diese Überstunden mit betrieblichen Auftragsrückgängen verrechnet werden.

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