Beschäftigte des Energietechnik-Herstellers GE Grid haben am Donnerstag in Kassel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Sie unterbrachen die Arbeit, versammelten sich vor dem Werkstor und zogen mit Transparenten und IG Metall-Fahnen für eine Kundgebung auf den Leipziger Platz.

Dort forderte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann, das Unternehmen auf, die „unsinnigen Verlagerungspläne, die hier in Kassel Existenzen zerstören würden“, fallen zu lassen. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten hervorragende Arbeit, die Produkte kommen bei den Kunden super an und es gibt schlicht keinen vernünftigen Grund, den Kasseler Produktionsstandort zu schließen“, sagte sie unter dem Applaus der Beschäftigten. Die IG Metall werde gemeinsam mit Belegschaft und Betriebsrat für jeden Job kämpfen.

Dass der Erhalt der Arbeitsplätze und des GE Grid-Produktionsstandorts in Kassel für die IG Metall hohe Priorität hat, machte auch der Bezirksleiter der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, deutlich. Er kritisierte die geplante Schließung des Standorts in Kassel aufs Schärfste: „Einen Standort zu schließen, der im Rahmen der Energiewende von besondere Bedeutung ist, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr muss ein nachhaltiger Ausbau des Standorts auf der Agenda stehen. Der Markt für Hochspannungstechnik wird potentiell wachsen und der GE-Standort in Kassel kann davon profitieren.“ Die IG Metall Mitte ist derzeit wegen dieser politischen Bedeutung in Gesprächen mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium, um dort eine Sensibilität für den Vorgang zu erzeugen.

Der Betriebsratsvorsitzende von GE Grid Kassel, Benjamin Heinicke, appellierte an die Führung des Mutterkonzerns GE, das Feedback der Kunden endlich ernst zu nehmen. „Es gibt für die Produkte und die Expertise aus Kassel eine hohe Anerkennung“, sagte Heinicke. Die geplante Verlagerung der rentablen Produktionssparte in Kassel sei teuer und mache wirtschaftlich „überhaupt keinen Sinn“. „Nach unseren Berechnungen würde es einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag kosten, die Produktion zu verlagern“, sagte Heinicke, „und zwar ohne dass dem anschließend ähnlich erhebliche Kostenvorteile gegenüberstehen würden“. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Falk Hoinkis, forderte in seiner Rede in Kassel das Management auf, die Schließungspläne zurückzuziehen. „Das vorhandene Knowhow der Belegschaft in Kassel darf nicht vernichtet, sondern muss gesichert werden“, sagte er.

Quelle:

IG Metall Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen)