Sonntag, 23. Juli 2017
Solidaritätsanzeige

Solidarität mit Rojava. Foto: YXKIn Saarbrücken hat eine Gruppe junger Kurdinnen und Kurden heute die Zentrale der Sparkasse besetzt. Die Mitglieder des Studentenverbandes YXK sowie von dessen »Autonomem Frauenflügel«  YXK-Jin protestierten mit ihrer Aktion gegen die Kündigung eines Spendenkontos, über das Solidarität mit dem Widerstandskampf der Menschen in Rojava (Syrien) gegen den Terror der IS-Milizen geübt werden sollte. Gegen 15 Uhr beendete die Polizei »mit brutaler Gewalt« - so Augenzeugen - die Aktion und zerrte die Jugendlichen vor das Gebäude. Verletzt wurde offenbar trotzdem niemand.

Wir dokumentieren nachstehend die von den Jugendlichen verbreitete Erklärung:

Soeben haben wir – knapp zwei Dutzend kurdische Jugendliche sowie UnterstützerInnen – die Zentrale der Sparkasse Saarbrücken besetzt. Mit dieser friedlichen Aktion des zivilen Ungehorsams in Form eines Sitzstreiks in der Zentrale der Sparkasse Saarbrücken protestieren wir gegen die Kündigung unseres Spendenkontos für die Menschen in Syrien/Rojava in ihrem Widerstand gegen den IS (Islamischer Staat).

Seit Monaten kämpfen die KurdInnen in dieser Region gegen die Angriffe des IS, aus den Shingal-Bergen retteten sie tausende Eziden, und Ende letzten Jahres wurde die Stadt Kobane weltweit bekannt, als in wochenlangen Auseinandersetzungen die erbarmungslosen Angriffe des IS zurückgeschlagen werden konnten. Der Kampf ist noch lange nicht zu Ende, täglich lassen Frauen und Männer ihr Leben für das Recht auf Selbstbestimmung – im Kampf gegen den Terror des IS.

Über 400 Personen, darunter viele aus Kunst, Journalismus und Kultur, unterzeichneten einen Aufruf zur Unterstützung der Selbstverteidigungskräfte Rojavas, der im Oktober 2014 gestartet wurde. Gleichzeitig sind Spenden für die Selbstverteidigungskräfte in Rojava gesammelt worden – bis Anfang April kamen über 106.000,00€ zusammen.

Die Spenden sollen helfen, das fortschrittliche Projekt Rojava zu unterstützen. Sie sind ein kleiner Beitrag, über dessen Verwendung die Menschen in Rojava selbst entscheiden sollen. Sie wissen am besten, was wo benötigt wird.

Diese Kündigung hat keinerlei juristische Grundlage und ist ausschließlich auf die politische Entscheidung des Verwaltungsrates der Sparkasse Saarbrücken zurückzuführen. Grundlage für diese Entscheidung bildet das absurde PKK-Verbot.

Umso unverständlicher ist es für uns, wie die Sparkasse Saarbrücken dieses Spendenkonto kündigen konnte. Als junge KurdInnen werden wir diese Entscheidung der Sparkasse nicht hinnehmen, die objektiv gesehen, dadurch den Terror des IS unterstützt.

Wir werden unsere friedliche Aktion des zivilen Ungehorsams in Form eines Sitzstreiks so lange fortführen bis unsere folgende Forderungen erfüllt werden:

Die Sparkasse Saarbrücken soll die Kündigung des Spendenkontos für Rojava zurücknehmen!
Als Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Saarbrücken, der über diese Kündigung entscheidet, wünschen wir ein sofortiges Gespräch mit Peter Gillo und der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.

Mit unserer Aktion grüßen wir zudem den weiterhin andauernden Widerstand gegen den IS in Kobane und Shengal sowie die Aufstände in Mahabad gegen das Iranische Regime. Wir verurteilen die rassistischen Übergriffe auf die HDP und die Isolationshaft auf den Kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan. Diese Politik stellt eine Provokation für den Lösungsprozess in der Türkei dar, wogegen unsere Aktionen auch weiterhin andauern werden.

Quelle: ISKU / RedGlobe

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