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Kategorie: Deutsche Geschichte

junge WeltAm 27. August 1987, veröffentlichten die SED der DDR und die westdeutsche SPD gemeinsam ein Dialogpapier. 30 Jahre später verteidigt der frühere SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender der DDR, Egon Krenz, das Dokument in einem Beitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung »junge Welt«.

Was beide Parteien damals zu Papier gebracht hätten, sei »keineswegs obsolet«, schreibt Krenz in seinem Artikel, der in der Wochenendausgabe der jW erscheint. Zentrale Aussagen des Dokuments, wie »Der Krieg darf im Nuklearzeitalter kein Mittel der Politik mehr sein«, läsen sich, »als wären sie für das Heute geschrieben«. Der Dialog sei wichtig gewesen, denn, so der frühere DDR-Politiker, »die achtziger Jahre waren bekanntlich voller gefährlicher Spannungen. Die Gefahr eines Atomkrieges war latent vorhanden. Gemeinsam überleben oder gemeinsam untergehen – das war die Grundfrage«.

Der Einschätzung, das Papier sei auch »ein Meilenstein auf dem Wege zur Wiedervereinigung« gewesen, erteilt Krenz eine Absage: »1987 war jeder Gedanke an die deutsche Einheit Utopie.« Im Zentrum habe die Friedenssicherung gestanden: »Wir wussten sehr wohl, was wir taten. Wir wollten miteinander friedlich auskommen, statt miteinander im Inferno unterzugehen. Die DDR nahm den Grundsatz, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen sollte, sehr, sehr ernst.«

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