Frauen bekommen im Schnitt 21 Prozent weniger Gehalt als Männer. „Von tatsächlicher Gleichstellung zwischen den Geschlechtern kann angesichts dieser Lohnlücke keine Rede sein“, sagt Diane Tigges-Brünger, bei ver.di NRW zuständig für Frauen- und Gleichstellungspolitik. Der Equal Pay Day markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern: um das Einkommen zu erzielen, das Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres erhalten, müssen Frauen 77 Tage länger arbeiten – dieses Jahr also bis zum 17. März.

Die Entgeltlücke hat viele Ursachen, erklärt Tigges-Brünger: „Eine der wichtigsten Ursachen ist der sogenannte Gender Time Gap: Die Lohnarbeitszeiten von Frauen und Männern unterscheiden sich stark. Durchschnittlich sind Frauen 8,4 Stunden pro Woche weniger erwerbstätig als Männer“. Die meisten Frauen begründen ihre Teilzeittätigkeit mit familiären Betreuungsaufgaben. Frauen übernehmen einen Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit – im Schnitt 87 Minuten mehr pro Tag. „Nur wenn Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen umverteilt werden, schließt sich auch die Lohnlücke“, sagt Tigges-Brünger weiter.

Überdies müssen frauenspezifische Berufe aufgewertet werden. „Diese Berufe gehören besser bezahlt. Dazu brauchen wir gute Tarifverträge! Gesetze zur Überprüfung der Gehälter wie das Entgelttransparenzgesetz helfen wenig, wenn zwei Drittel der Frauen davon ausgeschlossen sind. Frauen arbeiten häufig in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen diese Regelungen gar nicht erst gelten“. Der DGB fordert, das Gesetz nachzubessern: der Auskunftsanspruch muss für alle Beschäftigten gelten, die Unternehmen müssen zur zertifizierten Prüfverfahren und Berichten verpflichtet werden. „Für echte Lohngerechtigkeit braucht es außerdem empfindliche Sanktionen bei Nichterfüllung und nicht zuletzt den Ausbau von Mitbestimmungsrechten. Denn wo Betriebsräte mitbestimmen, geht es gerechter zu.“, so Tigges-Brünger abschließend.

Quelle:

ver.di NRW

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