Sonntag, 24. März 2019
Solidaritätsanzeige

Equal Pay DayImmer noch verdienen Frauen im Durchschnitt rund ein Viertel weniger als Männer. Der DGB fordert deshalb die Politik auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um diese Missstände zu beseitigen. Ihre Forderungen bekräftigten Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, und Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), am Mittwoch in Berlin.

Warnstreik am Donnerstag in AugsburgIn keinem anderen europäischen Land ist der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern so ausgeprägt wie in Deutschland, kann man der aktuellen OECD-Studie entnehmen. Auch was die Anzahl der Frauen in Führungspositionen angeht, ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen: Auf kaum vier von hundert Vorstandsposten findet sich hierzulande eine Frau. »Es ist deshalb an der Zeit, am Internationalen Frauentag 8. März Zeichen zu setzen«, erklärte Bettina Messinger, Frauensekretärin bei ver.di Bayern. Sie ruft auch zur Teilnahme an den zeitgleichen Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Es passe sehr gut, so Messinger, »dass die Warnstreiks in Bayern am Internationalen Frauentag beginnen, denn der 8. März steht ganz in der Tradition von Arbeitskämpfen«. Als eine historische Wurzel des Frauentags gilt der Streik der New Yorker Textilarbeiterinnen, die 1857 um gleichen Lohn und Verkürzung der Arbeitszeiten kämpften.

Sevim Dagdelen»Die meisten Forderungen der Frauenbewegung sind bis heute unerfüllt. Insbesondere in der Arbeitswelt sind es immer noch hauptsächlich Frauen, die in unterbezahlten und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen arbeiten müssen und als erste von Arbeitsplatzabbau betroffen sind. Aber auch im Bereich der Besetzung von Führungspositionen werden Frauen immer noch systematisch ausgegrenzt: Jede Art von gesetzlicher Quotierung, die dem entgegen wirken könnte, wird bis heute von der schwarz-gelben Koalition im Bundestag blockiert«, erklärt Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2012.

“Eines hat die Quotendebatte in aller Deutlichkeit gezeigt,“ stellt die Bundessprecherinnenrunde der Feministischen Partei DIE FRAUEN fest, „im Bundestag bestimmen Männer, wie weibliche Abgeordnete abzustimmen haben.“ Derzeit gäbe es im Bundestag eine Mehrheit für eine feste Quote in Aufsichtsräten, nämlich die Opposition und die Unionsfrauen. Diese müssen sich aber der Meinung ihrer männlichen Kollegen anschließen und bei einer parlamentarischen Abstimmung gegen ihre eigene Überzeugung stimmen. Der Fraktionszwang macht es möglich!

Internationaler FrauentagInternationaler FrauentagBundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet es als Skandal, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen zur Frauenförderung keine Folgen hat. Das tut sie mit Recht. Auf der anderen Seite stört sich Frau Merkel nicht an dem eklatanten Mangel an Frauen in politischen Entscheidungsfunktionen und Gremien. Allein die Tatsache, dass unter den 17 Wissenschaftlern der kürzlich besetzten Enquete-Kommission über Wohlstand keine einzige Frau ist, ist ein Skandal, der ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Demokratie in Frage stellt. Die  deutschen Politiker und Politikerinnen, die die nordafrikanische  Demokratiebewegungen  unterstützen, haben allen Grund, das eigene Demokratiedefizit aufzuarbeiten, denn ein Parlament, in dem Frauen nicht in allen politischen und ökonomischen Gremien entsprechend ihres Bevölkerungsanteils vertreten sind, ist nicht demokratisch. Frauen steht mindestens die Hälfte der politischen Macht und des gesellschaftlichen Reichtums zu. Und das ist eine bescheidene Forderung angesichts der Tatsache, dass Frauen zwei Drittel der gesellschaftlich notwendigen Arbeit unterbezahlt oder ganz umsonst leisten. Von einer gleichen Bezahlung für gleiche (Erwerbs-) Arbeit sind wir Deutschen weit entfernt – und sogar  im europäischen Vergleich unter den Schlusslichtern!

Internationaler FrauentagInternationaler FrauentagDie von den bürgerlichen Medien noch immer als »Frauenrechtlerin« oder »Feministin« bezeichnete Alice Schwarzer wettert gegen den Internationalen Frauentag. Der Frauentag am 8. März sei eine »sozialistische Erfindung«, die auf einen Streik von Textilarbeiterinnen zurückgehe, schrebt sie in einem Gastbeitrag für die »Frankfurter Rundschau«. Die Frauenbewegung sei aber Anfang der 1970er Jahre im Westen »nicht zuletzt aus Protest gegen die machohafte Linke« entstanden. Das sei eine Linke gewesen, »die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ«, poltert Schwarzer, die eine Gleichberechtigung von Frauen zuletzt dadurch verwirklichen wollte, dass Frauen wie ihre männlichen Kollegen endlich auf den Schlachtfeldern der Welt mitmorden dürfen. »Unter diesen Vorzeichen ist die Übernahme des sozialistischen Muttertags als 'unser Frauentag' für Feministinnen, gelinde gesagt, der reinste Hohn,« so die Dame.

Zu den Feierlichkeiten aus Anlaß des 60. Jahrestages der Verabschiedung des Grundgesetz erklärt die Feministische Partei »Die Frauen«: Leider können wir Feministinnen in die Jubelfeiern für das Grundgesetz und die „Demokratisierung“ der Bundesrepublik nicht einstimmen. Wir stellen fest, dass das Grundgesetz sowie auch die Verfassungen der Länder ohne egalitäre Beteiligung der weiblichen Bevölkerung, also der Mehrheit, zustande gekommen sind. Schon aus diesem Grunde sind sie illegitim und illegal. Ganz abgesehen davon, ist ein Land, in dem in Parlamenten, Regierungen und allen anderen Ebenen der Macht der Männeranteil zwei Drittel und mehr beträgt, Frauen also nicht annähernd ihrem Bevölkerungsanteil gemäß vertreten sind, nicht demokratisch zu nennen.

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