18 | 06 | 2019

junge Welt, 30. April 2010In ihrer Ausgabe zum 1. Mai hat die Tageszeitung junge Welt heute die Medienhetze der bürgerlichen Boulevardpresse gegen Griechenland und die griechische Arbeiterbewegung aufs Korn genommen. Leitartikler Klaus Fischer erinnert daran, dass »wir alle« Griechen sind, nämlich in dem Sinne, dass sowohl in Griechenland wie auch hierzulande die »kleinen Leute« die Zeche zahlen sollen. Er schlußfolgert: »Die Griechen haben darauf eine Antwort: Sie wehren sich – und der Boulevard titelt "statt zu sparen, streiken sie". Gut, dann laßt uns Griechen sein.«

Wir dokumentieren nachstehend den Artikel.

Wir sind alle Griechen: Heraus zum 1. Mai!


Sie sagen, in Athen oder Piräus haben die Leute über ihre Verhältnisse gelebt. Das mag sein. Aber nicht das bringt derzeit die Welt ins Wanken.

Wir erleben einen Krieg des Kapitals, und die Krise sorgt dafür, daß er unerbittlich ausgetragen wird. Die Frontlinien verlaufen nicht immer sichtbar: USA gegen den Rest der Welt, der Westen gegen Schwellenländer, Spekulanten gegen »Realwirtschaft«, oben gegen unten. Es geht darum, wer die Regeln bestimmt, nach denen verteilt wird.

Der Euro wird angegriffen, Peking soll ausgebremst werden – und doch gleichzeitig die globale Konjunktur antreiben. Und vor allem sollen die »Renditen« weiter sprudeln. Um jeden Preis.

Medienhetze gegen Griechenland. Montage: bildblog.deSie schreiben, die Deutschen sollen Zahlmeister sein. Doch nur ein Teil wird zur Kasse gebeten. Sie erklären, die Märkte seien so aggressiv, weil die Politik schlecht war. Quatsch, die Politiker haben Dienst nach Vorschrift gemacht.

Und sie drohen eine Zeit des »Sparens« an. Gemeint ist, uns soll genommen werden. Wir, das sind die »Griechen« überall in Europa: Lohnabhängige, kleine Gewerbetreibende, Bezieher von Renten und Transferleistungen – in Geiselhaft genommen für die Machenschaften der Kapitalfunktionäre und Regierenden. Lohn- und Rentenkürzungen stehen an, höhere Mehrwertsteuer, wer weiß, was noch. Die Griechen haben darauf eine Antwort: Sie wehren sich – und der Boulevard titelt »statt zu sparen, streiken sie«. Gut, dann laßt uns Griechen sein.

Von Klaus Fischer

Quelle: junge Welt / RedGlobe

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