23 | 09 | 2019

Die Heilige MerkelWochenlang wurde die bischöfliche Sau durchs Dorf gejagt. Die bürgerliche Journaille gab stündlich, täglich, rund um die Uhr und Woche zu wissen, dass Funktionäre der katholischen Kirche zuweilen verschwenderisch und größenwahnsinnig sind. Die Geschichte hat einen bald zweitausend Jahre alten Bart, ist aber immer wieder ergötzlich. Jetzt ist der Bischof unbekannten Orts verschwunden, und man konnte mit Spannung erwarten, welche Sau als nächste durchs Dorf getrieben wird.

 

Da ist sie: Obama hat Merkel abhören lassen. Was für eine Sensation ! Der Bart dieser Geschichte ist noch älter. Seit es Herrschaft von Menschen über Menschen gibt, spionieren sich die Herrschenden auch gegenseitig aus. Und falls der BND nicht umgekehrt auch Obama abhören sollte, dann bestimmt nicht wg. westlicher Wertegemeinschaft, sondern weil er zu doof dazu ist.

Bekanntlich besteht die Freiheit der bürgerlichen Medien darin, dass einige reiche Leute, die diese Medien besitzen, dort frei ihre Meinung äußern lassen dürfen. Das tun sie nicht unbedacht. Auch Meinungen müssen sich rentieren. Bei Sensationsgeschichtchen wie der vom Bischof und der von Muttis Handy besteht die Rendite darin, die Hirne des Publikums auf ziemlich Belangloses zu fokussieren, damit möglichst wenige Leute auf belangvolle Gedanken kommen – z. B. auf solche, die mit ihrer besch…eidenen eigenen Lage zu tun haben oder gar, wer an der schuld ist, oder – schlimmster denkbarer Fall – wie ihr gegen wen abgeholfen werden könnte.

Und dann gibt es da noch ein ernstes Anliegen: Die deutsche Großbourgeoisie mag es nicht, wenn die konkurrierenden Freunde der übrigen westlichen Wertegemeinschaft sich allzu dreist in ihrem deutschen Claim zu schaffen machen. Die deutschen Bürger auszuspionieren ist irgendwie schon in Ordnung , das macht der deutsche Verfassungsschutz schließlich auch.  Aber die deutsche Kanzlerin – das geht zu weit. Da muss der US-Botschafter einbestellt und ernsthaft ermahnt werden, es mit der Dreistigkeit nicht zu übertreiben.

Nach der bischöflichen wird also jetzt die Sau Obama ein Weilchen durchs Dorf gejagt und – nützlicher Synergie-Effekt – der US-Konkurrenz klar gemacht, dass es mit ihrer Dominanz nicht mehr so weit her ist. Übrigens haben am vergangenen Wochenende in Italien und Portugal Hunderttausende dagegen demonstriert, dass sie keine Arbeit haben und zunehmend verarmen. Und in Österreich laufen Vorbereitungen zu einem unbefristeten Streik.

Da ist es gut, wenn die Schlagzeilen über die Kapriolen eines Bischofs und die Querelen zwischen einem Hollande und Obama und einer Merkel  als Bretter vors Hirn des Publikums genagelt werden.

Quelle: news.dkp.de / RedGlobe

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