20 | 06 | 2019

»Reality Queens auf Safari«In einem offenen Brief fordern mehrere entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen den Fernsehsender Pro7 dazu auf, die Ausstrahlung der Sendung »Reality Queens auf Safari« mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Das Format der Sendung verstärke verbreitete Stereotype gegenüber dem ostafrikanischen Land Tansania, schüre gängige Vorurteile und stelle die Menschen des Landes in einer rassistischen und diskriminierenden Form dar. Das in der Sendung erzeugte Bild des Landes und seiner Menschen sei einfältig, beleidigend und menschenunwürdig. Die Ausstrahlung der Sendung in der deutschen Medienlandschaft sei daher inakzeptabel.

 

Bereits im Vorspann der Sendung werde Tansania als ein kleines Land dargestellt, in dem »Afrika noch mehr als eine Showkulisse« ist, »die Tiere richtig wild« und »die Naturvölker richtig echt« sind. Dies entspreche – bei einer Größe des 2,5-fachen der Bundesrepublik, gut 45 Millionen Einwohnern, kultureller Vielfalt und 130 unterschiedlichen Ethnien und Sprachen – nicht annähernd der Realität. »Dass ein professionell operierendes Unternehmen mit derart medialem Einfluss wie Pro7 auf solch ein unreflektiertes Afrikabild zurückgreifen muss, ist erschreckend«, heisst es in dem Protestschreiben.

Als Beispiel (Sendung vom 22.08.2013) nennen die protestierenden Organisationen die Aussage einer Kandidatin, dass die tansanischen Männer bei der Ankunft der Kandidatinnen am Flughafen »einen Samensturz gehabt« hätten. Im anschließenden Schnitt werden kopulierende Affen eingeblendet. Neben einer pervertierten Beleidigung der hier gemeinten tansanischen Männer durch die Kandidatin lässt der damit verbundene Schnitt den subtilen Vergleich zwischen Tansaniern und Affen zu. Das sei »ungeheuerlicher Rassismus kolonialer Prägung«.

»Dieses Land auf seine beeindruckenden Landschaften und vielfältige Flora und Fauna zu reduzieren und in Bezug auf seine Menschen nur altbekannte Stereotype zu bedienen, fördert ein rassistisches, neokoloniales Bild Afrikas. Daher fordern wir die Ausstrahlung der Sendung „Reality Queens auf Safari“ mit sofortiger Wirkung zu stoppen«, heisst es in dem Aufruf, den folgende Organisationen unterzeichnet haben: Tanzania-Network.de e.V., Africavenir International e.V., Afrotak TV, cyberNomads, Arbeitskreis Hamburg Postkolonial, Arbeitskreis Panafrikanismus e.V., Arbeitsstelle Eine Welt in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), Berlin Postkolonial e.V., Deutsch-Tansanische Freundschaftsgesellschaft e.V., Deutsch-Afrikanisches Zentrum e.V., Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V., Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachen e.V., e.p.a.- european playwork association e.V., INISA e.V., Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Le Chantier - Afrikawerkstatt, Leipziger Missionswerk, Mission EineWelt, Centrum für Partnerschaft Entwicklung und Mission der ev.-luth. Kirche in Bayern, München Postkolonial, Tansania-Kreis Martineum Halberstadt

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

Freie Radios auf Sendung

RedGlobe Links

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.