Melodie & Rhythmus (M&R) erscheint ab heute wieder. 1957 in der DDR gegründet, sollte sie im Januar 2018 aufgrund ökonomischer Probleme eingestellt werden. Wie der herausgebende Verlag 8. Mai am Dienstag, 11. Dezember 2018, in Berlin mitteilte, konnte dies durch das Engagement von über 50 Künstlern (darunter Liedermacherin Dota Kehr, Regisseur Johann Kresnik, Kabarettist Christoph Sieber, Soziologe Moshe Zuckermann, das englische Electropunk-Duo Sleaford Mods) und zahlreicher Leser abgewendet werden. Damit entgeht M&R dem Schicksal anderer gedruckter Musik- und Kulturzeitschriften, die im laufenden Jahr ihr letztes Heft herausbrachten, wie etwa Spex, Intro, Groove oder New Musical Express.

Im Fokus der neuen Ausgabe steht ein Manifest für Gegenkultur, das in den nächsten Wochen von kritischen Künstlern und Intellektuellen kommentiert und diskutiert werden soll. Im »Kritischen Duett« spricht Liedermacher und Komponist Konstantin Wecker mit der M&R-Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über antifaschistische Kultur in düsteren Zeiten: »Kein Künstler darf sich jetzt mehr raushalten. Europa droht faschistisch zu werden. Wir müssen etwas dagegen tun.« Er warnt, dass die Rechten in den großen Konzernen viel gefährlicher seien als die Straßennazis. »Aber dieses Problem wird heute nicht nur von der Kunst beschwiegen, auch von den Medien.« Mit der Vereinnahmung durch den Warenwert des Kapitalismus werde das Wunderbare in der Musik entzaubert und ausgelöscht. »Mein großer Aufschrei dagegen sind Gedichte, denn sie heilen, ohne dass Bayer daran verdienen kann.«

Quelle:

Pressemitteilung der Tageszeitung junge Welt