Mittwoch, 12. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

500 Millionen Euro Sofortprogramm für Bildung – so fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) anlässlich des Wahlkampfes in Hessen. Am 22.09. fanden unter dem Motto in Frankfurt und in Kassel Demonstrationen statt, an der wir gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen, ErzieherInnen, GewerkschafterInnen und anderen teilnahmen. In Kassel organisierten wir sogar einen eigenen Jugendblock, der lautstark und kämpferisch seine Forderungen nach außen trug. Auf den Transpis und Schildern standen Sprüche wie „Geld, Geld, Geld – ist alles auf der Welt. Drum brauchen wir viel mehr, denn uns're Schulen schimmeln sehr!“. Denn die Unterfinanzierung im Bildungssektor betrifft alle: uns fällt in den Schulen (wortwörtlich!) die Decke auf den Kopf, die Wände schimmeln, die Schulbücher sind inaktuell und es gibt zu wenig Personal. Und so geht wirklich niemand gerne zur Schule!

RÜSTUNG VS. BILDUNG

Also – wie kann es eigentlich sein, dass ein Bereich so unterfinanziert ist, der doch eigentlich so wichtig ist? Das lässt sich leicht beantworten, wenn man sich anschaut, wofür die Bundesregierung aktuell Geld ausgibt: bis 2030 werden die Ausgaben fürs Militär um mindestens 30 Milliarden Euro pro Jahr erhöht. Das hieße, dass fast jeder 5. Euro in die Rüstung fließt. Obwohl 48 Milliarden Euro notwendig wären, um unsere Schulen zu sanieren! Aber dank der „schwarzen Null“ bleibt dann halt für Bildung und Soziales nichts mehr übrig. Und im Endeffekt sind die, die darunter leiden, mal wieder wir. Denn wenn das Geld für Schulen nicht reicht, können z.B. nur wenige Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Daraus resultieren Klassengrößen von oft bis zu 35 Schülerinnen und Schülern. Klar, dass da nicht mehr alle im Unterricht mitkommen. Heißt: wer nicht alles im Unterricht sofort kapiert, muss zuhause nacharbeiten. Und das natürlich in der Freizeit, die man eigentlich braucht, um sich von dem Schulstress zu erholen. Leichter haben es natürlich die, die sich teure Nachhilfe leisten können. Doch das ist eben nur möglich, wenn die Eltern genügend Geld haben. So wird Bildung zunehmen mehr zur Geldsache.

EINE SCHULE FÜR ALLE

500 Millionen € in Hessen wären deswegen natürlich ein gern gesehenes Mittel – jedoch lange noch nicht die Lösung aller Probleme. Denn im Kapitalismus ist Bildung immer nur solange wichtig, wie sie uns auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und ins System integriert. Ein Schulsystem, welches vollkommen auf unsere Interessen und Bedürfnisse ausgelegt ist, ist eben nur in einer Gesellschaft möglich, welche von uns bestimmt wird – und nicht von den Vertretern irgendwelcher Banken und Konzerne!

[Svenja, Frankfurt]
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Quelle:

SDAJ - Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

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