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Wirtschaft & Gewerkschaft

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat Bankbeschäftigte zu Warnstreiks vor der vierten Verhandlungsrunde aufgerufen. An verschiedenen Orten und Tagen werden Beschäftigte daher in dieser Woche bis zum Verhandlungstermin am 20. Mai in den Warnstreik treten, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen, in der nächsten Runde ein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot zu machen.

"Das Angebot aus der letzten Runde ist absolut unzureichend und wird der Leistung und Belastung der Beschäftigten nicht gerecht“, kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister. „Die Arbeitgeber müssen ein deutlich verbessertes Angebot für eine angemessene Erhöhung der Gehälter vorlegen. Die Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken brauchen als Ausgleich für die zunehmenden Belastungen außerdem dringend die von uns geforderten Gesundheits- und Entlastungstage.“ Meister wies darauf hin, dass das bisherige Arbeitgeberangebot nach Gehaltssteigerungen unterhalb der Teuerungsrate in 2017 und 2018 voraussichtlich zu insgesamt fünf Jahren mit Reallohnverlusten bis 2021 für die Beschäftigten führe. Da es in der letzten Verhandlungsrunde praktisch keine Annäherung gegeben habe, würden die Bankbeschäftigten in dieser Woche erneut zu Warnstreiks aufgerufen.

Vor der dritten Verhandlungsrunde hatten bereits viele tausend Bankbeschäftigte im gesamten Bundesgebiet gestreikt. In dieser Woche wird es vor allem zu Aktionen und Warnstreiks in Niedersachsen, im Saarland, in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, in Berlin und in Brandenburg, in Nordrhein-Westfalen und Sachsen kommen. Es sei mit Verzögerungen im Arbeitsablauf bis hin zu Filialschließungen zu rechnen.

ver.di fordert in der Tarifrunde für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken 6 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in der Tarifrunde neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bei den Banken sehr rasch und tiefgreifend, darum fordert ver.di einen verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung. Durch Rationalisierungen und ständige Umstrukturierung ist die Arbeitsbelastung immer mehr angestiegen. Aus diesem Grund fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Beschäftigten gerecht zu werden, sollen die Bankbeschäftigten zwischen Gehaltssteigerung oder Freizeit wählen können.

Die vierte Verhandlungsrunde findet am 20. Mai 2019 in Wiesbaden statt.

Quelle:

ver.di

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