13 | 11 | 2019

„Minister Heil versucht mit seinen Vorschlägen für die ‚Arbeit von morgen‘ die Löcher im bröckelnden Putz zu stopfen, anstatt für die Beschäftigten ein verlässliches Fundament zu schaffen. Im digitalen Wandel hat die Regierung einen klaren Schutzauftrag, gute Arbeitsbedingungen zu sichern und soziale Sicherheit zu gewährleisten. Herr Heil muss nacharbeiten, falls er anspruchsvollere Ziele hat, als nur heiße Luft zu erzeugen“ erklärt Jessica Tatti, Sprecherin für Arbeit 4.0 der Fraktion DIE LINKE, zu den Vorschlägen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur „Arbeit von morgen“ auf der heutigen Ergebniskonferenz des Zukunftsdialogs des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Tatti weiter:

„Das Recht auf Homeoffice kann kein gesellschaftlicher Gewinn werden, wenn die Beschäftigten dabei ausbrennen. Es ist erwiesen, dass Beschäftigte im Homeoffice mehr Überstunden machen und deutlich mehr von verkürzten Ruhezeiten betroffen sind als ihre Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Das Recht auf Homeoffice muss daher zwingend mit einem Recht auf Nicht-Erreichbarkeit am Feierabend und einer Anti-Stress-Verordnung einhergehen. Überstunden im Homeoffice müssen vollständig erfasst und vergütet werden. Zudem muss Homeoffice dem Wunsch der Beschäftigten entsprechen und darf nur einen Anteil der Arbeitszeit betreffen.

Die berufliche Weiterbildung ist ein zentraler Baustein im Wandel der Arbeitswelt und ich begrüße es ausdrücklich, dass Minister Heil diese fördern möchte. Der Transformationszuschuss allein ist aber ungenügend. Wir brauchen ein Recht auf Weiterbildung für alle. Insbesondere Beschäftigte mit geringerer Qualifikation oder in befristeten Arbeitsverhältnissen sowie arbeitslose Menschen müssen endlich in den Fokus der Bundesregierung rücken. Es ist belegt, dass sie bei der Weiterbildung massiv benachteiligt sind. Dieser Missstand muss beendet werden.“

Quelle:

Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag

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