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Wirtschaft & Gewerkschaft

In konstruktiven Gesprächen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der TUI-Geschäftsführung konnten Vereinbarungen getroffen werden, durch die die kritische Situation der TUI Cruises-Beschäftigten an Bord der Mein Schiff 3 (MS3) in weiten Teilen verbessert werden soll.

Dabei sicherte die Unternehmensführung für die aktiv arbeitenden Crewmitglieder eine Zahlung aller Zulagen und Zuschläge über die Grundheuer hinaus zu. Es werde zudem zeitnah ein offizielles Schreiben an die Bordmitglieder versendet, welches über die aktuellen Ergebnisse und alle umfassenden Anstrengungen des Managements zur Heimbringung und Pandemiestrategie im laufenden Prozess informiert. Ab sofort soll es außerdem für jeden Beschäftigten an Bord der Mein-Schiff-Flotte kostenfreien Zugang zum Internet geben.

Hintergrund des Gespräches war, dass am 1. Mai bekannt wurde, dass die Mein Schiff 3, zu diesem Zeitpunkt in Cuxhaven liegend, einen positiven COVID-19 Fall zu verzeichnen hatte. Inzwischen soll sich die Anzahl der positiv getesteten Fälle erhöht haben. Insgesamt befinden sich aktuell über 2.800 Beschäftige der Mein-Schiff-Flotte auf dem Schiff. Diese Menschendichte an Bord lässt es kaum zu, Distanz zu wahren, um eine weitere Ausbreitung von COVID-19 zu vermeiden. Nach Beobachtungen von ver.di hatte sich die Lage mit jedem weiteren Crewmitglied, das aus der Mein-Schiff-Flotte an Bord der MS3 aufgenommen wurde, zugespitzt. Die Seeleute waren von anderen Schiffen der Flotte an Bord der MS3 genommen worden, um sie hier zur Heimbringung zu sammeln. Die Berichte von Crewmitgliedern über mangelhafte interne Informationspolitik, Vorenthalten von Lohnbestandteilen für aktiv arbeitende Crew-Mitglieder sowie kostenpflichtige Internetnutzung an Bord häuften sich.

Eine weitere Herausforderung sei zudem die Heimbringung der Crewmitglieder, da häufig das Einreisemanagement in die Herkunftsländer vieler Seeleute wie Indien, den Philippinen, aber auch der Ukraine nicht gesichert sei, betont Robert Hengster, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Maritime Wirtschaft. „Wir sehen hierbei nicht nur die Arbeitgeberseite in der Verantwortung. Vielmehr fordern wir politische Lösungen, die für alle Seeleute international gleichermaßen gelten müssen.“ Hengster appellierte damit an das Verantwortungsbewusstsein der politisch Zuständigen in den jeweiligen Heimatländern. So sei auch die völlige Untätigkeit des Flaggenstaates Malta, unter deren Flagge die TUI-Cruises-Flotte fahre, dramatisch.

Quelle:

ver.di

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