Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten an sechs Standorten des Versandhandelskonzerns Amazon für Montag und Dienstag zum Streik aufgerufen. Sie setzt damit die Kampagne für den Abschluss eines Tarifvertrags „Gute und gesunde Arbeit“ fort, deren Auftakt in der vergangenen Woche bereits Aktionstage an mehreren Niederlassungen des Unternehmens bildeten.

„Wir verschärfen die Gangart, denn Amazon zeigt bislang keine Einsicht und gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten zu Gunsten des Konzernprofits“, erklärt dazu Orhan Akman, bei ver.di verantwortlich für den Einzel- und Versandhandel. Er verweist auf die jüngsten Coronavirus-Ausbrüche an Amazon-Standorten wie Bad Hersfeld. „Nach unseren Informationen haben sich dort mindestens 30 bis 40 Kolleginnen und Kollegen infiziert“, so Akman. „Wie schon im Fall der Ausbreitung von Covid-19 in Winsen (Luhe) mauert die Unternehmensführung auch diesmal und verweigert Aufklärung. Das gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, ihrer Familien und die der Anwohnerinnen und Anwohner.“

Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Tarifvertrags „Gute und gesunde Arbeit“, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten abzusichern. Außerdem verlangt ver.di vom Konzern die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.

„Wenn das Unternehmen geglaubt haben sollte, dass wir es aufgrund der Coronavirus-Pandemie in Ruhe lassen, hat es sich getäuscht. Bei ver.di aktive Kolleginnen und Kollegen brennen darauf, ihren Unmut über die Politik von Amazon und dessen fahrlässigen Umgang mit der Gesundheit der Beschäftigten zum Ausdruck zu bringen.“ Dabei werde man auch im Ausstand auf die Vermeidung von Ansteckungen achten. „Das wird ein Streik unter besonderen Bedingungen und in besonderen Formen“, kündigt Akman an.

Die Streiks in Leipzig, Bad Hersfeld (mit zwei Standorten), Rheinberg, Werne und Koblenz (Kobern-Gondorf) beginnen mit der Nachtschicht zum Montag und werden mindestens 48 Stunden andauern. Zudem sind an anderen Standorten des Unternehmens, an denen Streiks derzeit u.a. wegen der geltenden Auflagen zur Covid-19-Prävention nicht möglich sind, begleitende Aktionen geplant.

Quelle:

ver.di

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