16 | 07 | 2019

Der Tarifvertrag in der Systemgastronomie läuft zum 31. 12. 2019 aus. In Ulm fand Anfang der Woche der „Fast Food Workers United“-Kongress der Gewerkschaft NGG statt. Vor dem Kongress unterhielt sich die UZ mit den Organisatoren des Kongresses, Alexander Münchow und Sebastian Wiedemann. Sie sind die Landesbezirkssekretäre der NGG-Landesbezirke Südwest und Bayern.

UZ: Wie ist die Arbeitssituation in der Systemgastronomie?

Sebastian Wiedemann: Auf jeden Fall ist es ein harter Job. Die Beschäftigten stehen unter Zeitdruck, es muss schnell gearbeitet werden, egal in welchem Bereich. Auch in der Systemgastronomie macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar. Die Beschäftigten klagen über eine hohe Arbeitsbelastung durch Personalmangel, viele Überstunden sind die Folge. Darüber hinaus nehmen es viele Franchisenehmer mit der Arbeitssicherheit bzw. dem Arbeitsschutz nicht so genau. Im Winter ist es keine Seltenheit, dass es an bestimmten Arbeitsplätzen zu kalt ist und im Sommer kommt es immer wieder vor, dass die Klimaanlagen nicht richtig funktionieren. Häufig kommt zu diesen Problemen eine schlechte Dienstplangestaltung hinzu, so dass es den Beschäftigten nicht leicht gemacht wird, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Der Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Uniper-Konzern ist beigelegt.

Beide Seiten haben in der vierten Verhandlungsrunde am Freitagabend (25. Januar 2019) eine Einigung erzielt. Demnach steigen die Entgelte der rund 5.000 Beschäftigten des Unternehmens rückwirkend ab dem 1. Januar 2019 um 2,4 Prozent, und bereits ab 1.Dezember 2019 folgt eine weitere Entgelterhöhung von 3,2 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen je nach Ausbildungsjahr um bis zu 15,5 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Im Konflikt um die Zukunft der Media Broadcast GmbH hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nach monatelangen Verhandlungen mit den Arbeitgebern die Einführung einer Vier-Tage-Woche ab dem 1. April 2019 und Beschäftigungssicherung für fünf Jahre vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen werden damit bis zum 31. Dezember 2023 ausgeschlossen.

In den frühen Morgenstunden haben sich der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf einen ersten bundesweiten Entgelttarifvertrag in der Luftsicherheit geeinigt. Die jährlichen Erhöhungen liegen zwischen 3,5 und 9,77 Prozent.

Geschäftsführung des Carl-Thiem-Klinikums nutzt FSJler und Pflegeschüler, um Arbeitskampf zu unterlaufen

Am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus rumort es. Ende letztenJahres hatten die Beschäftigten der Thiem-Service-GmbH (TSG), einerTochtergesellschaft des kommunalen Krankenhauses, fünf Tagegestreikt. Die Unternehmensleitung hatte sich eine Zeit langgeweigert, mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu verhandeln,bis sie schließlich doch dazu bereit war. Für den vergangenenMittwoch war die nächste Tarifrunde angesetzt. Ob die Beschäftigtenerneut in den Ausstand treten müssen, war bis zum Redaktionsschlussdieser Zeitung noch nicht klar. Gewerkschaftssekretär Ralf Frankezeigte sich im Gespräch mit „Unsere Zeit“ entschlossen undbereit, den Arbeitskampf weiter zu führen.

Mehrere hundert protestierende Gewerkschaftsmitglieder begleiteten den Auftakt der Tarifverhandlung für den öffentlichen Dienst der Länder, der heute (21. Januar) in Berlin ohne Ergebnis geblieben ist. Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske kommentierte nach der ersten Verhandlungsrunde: „Die Gesprächsatmosphäre ist gut, die Positionen sind weit auseinander.“

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den deutschen Unternehmen des Uniper-Konzerns sind am späten Donnerstagabend in Düsseldorf ergebnislos unterbrochen worden.

Nach Angaben der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) habe es nach den Streiks in dieser Woche zwar Bewegung auf der Seite der Arbeitgeber gegeben, diese habe aber nicht ausgereicht, den Gewerkschaften auch ein abschlussfähiges Angebot vorzulegen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird die Beschäftigten der Flughafensicherheit vor der nächsten Verhandlungsrunde mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) am 23. Januar 2019 nicht zu weiteren Warnstreiks aufrufen.

„Wir haben uns zu einer Streikpause entschlossen, nachdem die Arbeitgeber heute signalisiert haben, dass sie in der nächsten Verhandlungsrunde ein abschlussorientiertes Angebot für die Beschäftigten der privaten Flugsicherheitsunternehmen vorlegen werden“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel. Dazu hätte auch die Intensität der Streiks beigetragen. „Die Beschäftigten haben ihre Forderungen in den Warnstreiks sehr deutlich gemacht und damit gezeigt, dass sie ein deut-lich verbessertes Angebot brauchen“, so ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher.

Am heutigen Donnerstag, dem 10. Januar 2019, sind auf den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart bereits in den Morgenstunden insgesamt rund 1.000 Beschäftigte privater Sicherheitsunternehmen in den Warnstreik getreten. Zu den Aktionen, die den ganzen Tag andauern werden, hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aufgerufen. Durch den Warnstreik kommt es auf allen drei Flughäfen zu einem sehr stark eingeschränkten Flugverkehr. Aufgrund der vorzeitigen Streikankündigungen konnten sich offensichtlich viele Fluggäste auf die schwierige Situation einrichten.

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