PRO ASYL begrüßt zwar die Ankün­di­gung der Kanz­le­rin, hun­der­te Fami­li­en mit Kin­dern auf­neh­men zu wol­len. Mer­kel sprach jedoch nur von einer ein­ma­li­gen Akti­on. „Wir war­nen vor einem poli­ti­schen Kuh­han­del auf Kos­ten der Men­schen­rech­te, einem Moria 2 unter euro­päi­scher Flag­ge“, sagt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

Mer­kel erläu­tert ihre Ent­schei­dung laut Bild: „Es gibt kei­ne funk­tio­nie­ren­de euro­päi­sche Migra­ti­ons­po­li­tik. Und unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen in der Koali­ti­on. Seit über einem Jahr haben wir immer mehr Kom­mu­nen, die Flücht­lin­ge auf­neh­men wol­len. Ein wich­ti­ger Punkt wäre jetzt die Euro­päi­sie­rung des Auf­nah­me­zen­trums.“

Sol­che Lager, wie immer sie genannt wer­den, sind Orte der Gewalt und der Ver­zweif­lung. Kein deut­scher Poli­ti­ker und kei­ne deut­sche Poli­ti­ke­rin hat bis­her for­mu­liert, was mit all denen gesche­hen soll, die nicht von ande­ren EU-Staa­ten auf­ge­nom­men wer­den. Auch die grie­chi­sche und die ande­ren euro­päi­schen Regie­run­gen ducken sich hier weg.

„Alle Schutz­su­chen­den auf den grie­chi­schen Inseln ste­cken in der Fal­le. Weder auf Les­bos noch auf dem grie­chi­schen Fest­land gibt es für sie eine Per­spek­ti­ve, Zugang zu Schutz und Asyl. Abschie­bun­gen in die Tür­kei von Tau­sen­den sind men­schen­rechts­wid­rig und zudem unrea­lis­tisch. Auf dem Fest­land leben bereits jetzt tau­sen­de Schutz­su­chen­de in Obdach­lo­sig­keit. Wir war­nen vor einem geschlos­se­nen Zen­trum“, so Gün­ter Burk­hardt.

Auf den grie­chi­schen Inseln befin­den sich vor allem Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan (47 % aller Flücht­lin­ge). Für sie gibt es in der Tür­kei kein Rechts­sta­tus. In der Tür­kei droht ihnen die Ket­ten­ab­schie­bung, was eine Ver­let­zung der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on dar­stellt.

PRO ASYL for­dert einen kon­zer­tier­ten euro­päi­schen Ret­tungs­plan, die sofor­ti­ge Eva­ku­ie­rung aller Flücht­lin­ge von den grie­chi­schen Inseln und die Auf­nah­me in Deutsch­land und ande­ren euro­päi­schen Staa­ten.

Quelle:

Pro Asyl