KPL LuxemburgGestern erreichte uns die unfassbare Nachricht, dass unser Genosse Gilbert Simonelli in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 69 Jahren ganz überraschend einem Herzschlag erlag. Für die »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek«, deren stellvertretender Chefredakteur er war, und für die KPL, deren Exekutivkomitee er angehörte, ist das ein schwerer Verlust.

Gilbert wurde am 11. Januar 1951 in einer Stahlarbeiterfamilie als Sohn von René Simonelli und Olga Spigarelli geboren. Er besuchte die Primärschule in Esch/Alzette und anschließend die Industrieschule, bevor er bei ARBED Lehrling wurde und den Beruf des Walzendrehers erlernte.

Schon früh lernte er das harte Leben der Arbeiterfamilien kennen, als sein Vater 1962 beim Handwerkerstreik auf ARBED-Belval als einer der Vertrauensleute des »Freie Lëtzebuerger Arbechterverband« (FLA) gemaßregelt wurde, und die Familien der 500 gemaßregelten Arbeiter nur dank der gewerkschaftlichen Solidarität überleben konnten.

Auch Gilbert trat dem FLA bei, der 1965 mit dem LAV fusionierte, bevor die Gewerkschaft 1979 den Namen OGBL annahm. Er wurde von seinen Walzendreher-Kollegen in den kleinen Betriebsausschuß delegiert, bevor er, als er sich bei den Beschäftigten von Belval als konsequenter Arbeitervertreter einen Namen gemacht hatte, in den Hauptausschuß gewählt wurde.

Weil er die Notwendigkeit erkannte, dass die kapitalistische Ausbeutergesellschaft überwunden werden müsse und grundlegende gesellschaftliche Veränderungen im Interesse der Schaffenden nur auf politischem Weg durchgesetzt werden können, schloß er sich 1970 der Kommunistischen Partei Luxemburgs an und wurde einer ihrer aktivsten Arbeitermilitanten, war in der Jeunesse Communiste aktiv, mobilisierte gegen Krieg und Aufrüstung und begeisterte sich für Kuba und seinen sozialistischen Entwicklungsweg.

Er kandidierte auf den Listen der KPL zu den Gemeinderatswahlen in Esch/Alzette und im Bezirk Süden zur Abgeordnetenkammer, wurde später Mitglied des Zentralkomitees, dann des Exekutivkomitees, zuständig für Organisationsfragen und schließlich Vizepräsident, eine Funktion, die er bis zum 34. Kongress der KPL am 24. März 2019 ausübte. Bis zu seinem überraschenden Ableben war er Mitglied des Exekutivkomitees und Präsident der Sektion Esch/Alzette der KPL.
Noch vor wenigen Wochen, als die Arbeiter von Guardian und der OGBL für Arbeitsplatz- und Investitionsgarantien manifestierten, stand er als Zeichen der Solidarität der Kommunisten mit den Schaffenden in der ersten Reihe. Auch in schweren Jahren und nach Niederlagen war er nicht wankelmütig.

1976 wurde er Mitarbeiter der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« und trat, nach seiner Schicht auf Belval, tagtäglich in der Redaktion der »Zeitung« an, um Sportartikel für die kommunistische Tageszeitung zu schreiben. Anfang der 1980er Jahre wechselte er dann von Belval als Redakteur in die »Zeitung«, wurde 1995 stellvertretender Chefredakteur, eine Funktion, die er auch nach seiner Pensionierung weiter ausübte.

Neben seinem politischen Engagement war Gibbes seit seiner frühen Jugend ein begeisterter Sportanhänger, erst als aktiver Spieler von Jeunesse Esch, wo er zwischen 1965 und 1970 in der 1. Mannschaft zum Einsatz gelangte, dann als Präsident des Escher Handballvereins Fraternelle. Aktuell war er immer noch aktives Mitglied der Jugendkommission von Jeunesse Esch.

Jetzt ist er von uns gegangen, bleibt dennoch ganz nah bei uns, in unseren Gedanken und Erinnerungen.

Seiner Lebensgefährtin Marceline, seinem Sohn Patrick, seiner Mutter Olga und all seinen Verwandten, Freunden und Genossen unser tiefes Beileid.

Das Begräbnis findet am Mittwoch, dem 19. August um 16 Uhr auf dem Lallinger Friedhof in Esch statt.

Ali Ruckert

Quelle: KPL via Facebook / RedGlobe

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