Die Mängel und Missstände im steirischen Gesundheitswesen nehmen immer bedenklichere Dimensionen an. Statt zielgerichtet gegenzusteuern und medizinische Berufe attraktiver zu machen, hält Gesundheitslandesrätin Bogner-Strauß (ÖVP) stur an Konzepten fest, die sich seit Jahren immer wieder aufs Neue als untauglich erweisen. Die KPÖ fordert einen Kurswechsel.

Laut aktuellen Berichten der größten steirischen Tageszeitungen nehmen die Missstände massiv zu:

  • Aufgrund fehlender Ausstattung fürchten Beschäftigte in den Krankenhäusern der steirischen Spitalsgesellschaft KAGes eine zweite Corona-Welle, da viel zu wenig Schutzausrüstung vorhanden ist.
  • Statt die Versorgung bestmöglich aufrecht zu erhalten, wurde der Abbau von Nachtabeit und Urlaub angeordnet. Tausende Behandlungen und Therapien wurden – oft sehr kurzfristig – verschoben, was viele Patientinnen und Patienten gefährdet und verunsichert.
  • Nicht nur im ländlichen Raum gibt es immer weniger Ärztinnen und Ärzte mit Kassenvertrag. Derzeit stehen im Bundesland 944 KassenärztInnen fast ebenso viele, 757, ohne Vertrag gegenüber. Viele können sich eine private Behandlung nicht leisten, selbst wenn die ÖGK einen Teil der Kosten – oft nach langer Bearbeitungsdauer – rückerstattet.

Dazu kommen seit langem bekannte Probleme:

  • Durch die schrittweise Schließung von immer mehr Abteilungen in den regionalen Spitälern müssen die PatientInnen immer längere Anfahrtswege auf sich nehmen.
  • Seit 1. April 2019 gibt es außerhalb des Großraums Graz keinen ärztlichen Bereitschaftsdienst in der Nacht mehr. Die Notarztsprengel wurden zugleich massiv vergrößert. 900.000 Steirerinnen und Steirer können sich in der Nacht nur noch an die Telefonnummer 1450 wenden.
  • Statt auf eine gute flächendeckende Versorgung mit den wichtigsten medizinischen Leistungen setzt das Land auf die Schließung möglichst vieler Abteilungen und ganzer Spitäler, selbst wenn, wie etwa im Bezirk Liezen, von der Bevölkerung eindeutig ein anderer Weg gewünscht wird.
  • Auch vor Corona waren die Wartezeiten selbst auf lebenswichtige Operationen extrem lang. Der Rechnungshof sprach 2018 bei der Strahlentherapie davon, dass Patienten nach dem letztmöglichen empfohlenen (!) Behandlungstermin noch 45 Tage auf die tatsächliche Behandlung warten mussten. Um diesen Missstand zu verschleiern, wird die Einführung einer transparenten Warteliste verzögert, obwohl technisch längst die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden.
  • Gesundheitszentren sind zwar ein guter Ansatz, es wären allerdings wesentlich mehr dieser „medizinischen Nahversorger“ nötig, als derzeit in Aussicht stehen.
  • Schließlich wird die Gesundheitspolitik des Landes von einem kleinen Zirkel beschlossen, der Landtag ist in die Entscheidung nicht eingebunden.

„Statt auf alten Rezepten zu beharren, die in die falsche Richtung führen, braucht die Steiermark eine neue Gesundheitspolitik, die die wesentlichen Fragen in den Vordergrund stellt: Eine ausreichende personelle Ausstattung und Arbeitsbedingungen, die medizinische Berufe attraktiver machen. Das Ziel muss eine zeitgemäße, öffentliche Versorgung für alle sein, unabhängig vom Wohnort und der Geldbörse. Die Landesregierung vergrößert die Probleme aber, statt an Verbesserungen zu arbeiten“, kritisiert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

Quelle:

KPÖ Steiermark

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