Mittwoch, 26. April 2017
Solidaritätsanzeige

Kroatien

Wie der Schwulen- und Lesbenverein »Zagreb Pride« in der vergangenen Woche mitteilte, ist es in der kroatischen Hauptstadt wenige Tage zuvor zu einem Überfall auf zwei Schwule gekommen. Die Täter – ein junges Heteropärchen – hätten zunächst den 24-jährigen Kroaten attackiert und ihm die Nase blutig geschlagen. Dabei sollen sie gerufen haben: »Ihr Schwuchteln, verpisst euch, was macht ihr Wichser hier?« Als das Opfer am Boden lag, setzte der junge Mann mit Hilfe seiner Freundin mit Tritten und Fausthieben nach. Daraufhin wurde auch der Begleiter des Opfers, ein spanischer Staatsbürger, verletzt. Der Überfall ereignete sich in der Nacht auf Samstag in einem voll besetzten Bus der Linie 34 Richtung Tresnjevka, einem westlichen Viertel Zagrebs. Der Angriff konnte erst gestoppt werden, als es dem Fahrer gelang, die Türen des Fahrzeugs zu schließen.

Die kroatische Medienlandschaft ist entrüstet. Da die Mehrheit ihrer Leser und Zuschauer sich momentan vor den tropischen Temperaturen auf dem Balkan in die Adria flüchtet, benötigte man - das ist der saisonal bedingte medienökonomische Fluch - eine Story, die das Sommerloch  ausfüllt. Da greift man immer wieder gerne zum bewährten Feindbild: den Serben. Wie gut, dass die trotz allem immer noch genügend Souveränität besitzen, um einen Außenminister abzustellen. Dieser Herr, der schneidige Vuk Jeremic, hat bei einem Besuch in der Republika Srpska (Ostbosnien)  gesagt, wer »Freunde wie Frau Kosor hat, der braucht keine Feinde«. Gemeint ist Jadranka Kosor, die Regierungschefin Kroatiens.

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