Weihnachten und Neujahr stehen vor der Tür. Doch nicht alle werden Grund zum Feiern haben. Denn im reichen Luxemburg gibt es immer mehr Menschen, die von massiven sozialen Problemen betroffen sind. Und zwar in einem Ausmaß, dass inzwischen fast 19 Prozent aller Haushalte entweder von Armut bedroht sind oder bereits in Armut leben. Eine Zahl, die in den letzten Jahren unaufhaltsam gewachsen ist.

Besonders von dieser besorgniserregenden Entwicklung betroffen sind Arbeitslose, kinderreiche Familien, Ausländer und Alleinerziehende – von denen inzwischen praktisch jeder Zweite von Armut bedroht ist. Die Lage hat sich in den letzten Jahren derart zugespitzt, dass ohne Sozialhilfen weitere zig Tausend größte Probleme hätten, allmonatlich über die Runden zu kommen. Dies gilt immer häufiger auch für Frauen und Männer, die einer bezahlten Arbeit nachgehen und dabei mit Löhnen abgespeist werden, die ein Leben in Würde nicht ermöglichen. Was das Patronat jedoch nicht daran hindert, in Lohnverhandlungen weiter fest aufs Bremspedal zu treten – wie es die sich in der Sackgasse gelandeten Kollektivvertragsverhandlungen bei Cactus in aller Deutlichkeit zeigen.

Geht von Armut die Rede, so ist in den meisten Fällen die monetäre Armut gemeint. Daneben gibt es allerdings auch die Armut der Lebensbedingungen sowie die Existenzarmut, wenn es Haushalten nicht mehr möglich ist, wegen fehlender finanzieller Mittel Bedürfnisse zu befriedigen, die für ein Leben in Würde unentbehrlich sind. Nicht ausreichende oder ungesunde Ernährung, schlechte Wohnverhältnisse, Gesundheitsdefizite, mangelhafte Bildung oder fehlende gesellschaftliche Teilhabe sind in der Regel die Folge.

Dass sich die Lage in einem derart beängstigenden Maße verschlechtert hat, hat viele Gründe, wobei, neben der anhaltenden massiven Arbeitslosigkeit, vor allem die seit Jahren explosionsartig steigenden Mietpreise, die Desindexierung der Familienleistungen, die sinkenden Reallöhne und das Schrumpfen der Kaufkraft als Hauptursachen des zunehmenden Armutsrisikos anzuführen sind.

Ähnlich wie zu Zeiten der CSV-Herrschaft, werden die arbeitenden Menschen und Rentner auch von der jetzigen Regierung immer wieder zur Kasse gebeten. Fakt ist, dass sie weiter für eine Krise zahlen müssen, die sie nicht verschuldet haben.
Sozialabbau wurde von »Gambia« nicht gestoppt, die Arbeit keinesfalls aufgewertet.
Eine Wende zum Positiven ist nicht zu erwarten. So kündigte die Regierung beispielsweise vor Tagen für 2020 eine Anhebung der Akzisen auf Benzin und Diesel sowie für 2021 die Einführung einer CO2-Steuer an, auf die Ankündigung von konkreten begleitenden sozialen Kompensationsmaßnahmen wartete man allerdings vergeblich. Statt endlich eine Bremse einzulegen, riskiert das Rad also weiter in die falsche Richtung zu drehen.

Damit immer größere Teile der Bevölkerung nicht weiter riskieren ins soziale Abseits abzurutschen, muss bedürftigen Menschen unbedingt punktuell und unbürokratisch geholfen werden, so wie es die Kommunisten seit vielen Jahren bereits vorschlagen. Allerdings stießen ihre Vorschläge bislang allesamt stets auf taube Ohren.
Mit der Folge, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer und zahlreicher werden.

gilbert simonelli

Quelle:

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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