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Kategorie: Norwegen

FriedensnobelpreisWenn Frauen den Friedensnobelpreis bekommen, müssen sie ihn sich durch drei teilen. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte hat das Nobelpreiskomitee in Oslo den trotz allem renommierten Friedenspreis auf drei Personen verteilt. Das erste und bis gestern einzige Mal passierte dies 1994, als Palästinenserführer Yassir Arafat und die beiden israelischen Politiker Schimon Peres und Yitzhak Rabin für ihren Bemühungen zu einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts ausgezeichnet wurden. Die drei Männer hatten gemeinsam im Jahr zuvor in Oslo die »Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung« der Palästinenser ausgearbeitet. Doch die Gemeinsamkeit der drei diesjährigen Preisträgerinnen beschränkt sich darauf, dass sie Frauen sind. »Wir können wirkliche Demokratie und dauerhaften Frieden nicht erreichen, solange die Frauen nicht die selben Entwicklungsmöglichkeiten wie die Männer auf allen Ebenen der Gesellschaft erhalten«, begründete das Nobelpreiskomitee seine Entscheidung.

Ausgezeichnet wurden die Präsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, die ebenfalls aus Liberia stammende Friedensaktivistin Leymah Gbowee sowie die Politikerin Tawakkul Karman, die als eine der führenden Persönlichkeiten der Demokratiebewegung im Jemen gilt. Das norwegische Nobelpreiskomitee hoffe, so heißt es in der am Freitag in Oslo verbreiteten Erklärung, »dass der Preis helfen kann, die Unterdrückung von Frauen zu beenden, die sich noch in vielen Ländern ereignet, und das große Potential für Demokratie und Frieden zu realisieren, das Frauen darstellen können.«

Tawakkul Karman, die den Preis als erste Araberin erhält, widmete die Auszeichnung dem »arabischen Frühling«. Sie sei eine Ehre für alle Araber, Muslime und Frauen, sagte Karman am Freitag dem Fernsehsender Al-Arabiya in Dubai. Die 1979 geborene Karman hatte im Jahre 2005 im Jemen die Gruppe »Journalistinnen ohne Ketten« gegründet. Nach dem Sturz der Regime von Ben Ali in Tunesien und von Mubarak in Ägypten zu Jahresbeginn, rief sie ihre Landsleute per SMS dazu auf, ebenfalls auf die Strasse zu gehen. Trotz einer zeitweiligen Verhaftung beteiligte sie sich im Frühjahr an dem im Zentrum der Hauptstadt Sanaa errichteten Protestcamp, mit dem Tausende Menschen den Rücktritt von Staatschef Ali Abdallah Saleh forderten.

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