19 | 02 | 2020

Nun ist es besiegelt: Die Motorenfertigung im traditionsreichen Opel-Werk Aspern läuft ersatzlos aus. Erneut werden 200 bis 270 OpelianerInnen auf die Straße gesetzt.

Mit der Übernahme Opels durch den französischen Automobilkonzern PSA (Peugeot, Citroen, DS) im Herbst 2017 ging eine verordnete Rosskur einher: Durch den Zusammenschluss erwartete sich PSA jährliche „Synergien“ von 1,7 Mrd. Euro und einen 2%igen „Gewinn-Turnaround“ bis 2020. Sämtliche Bereiche und ganze Werke die sich der PSA Profit-Strategie und angepeilten Einsparungen und „Verschlankungen“ nicht nahtlos einfügen, wurden von der Konzernleitung bereits damals öffentlich abgeschrieben und ein konzerninterner Konkurrenzkampf neuer Dimension entfacht.

Anstatt darauf allerdings mit einer länderübergreifenden, gemeinsamen, solidarischen und kämpferischen Gewerkschaftsstrategie zu antworten und die Erpressungen der Beschäftigten durch die Konzern-Bosse geeint zurückzuschlagen, setzte die Gewerkschafts-Führung auf „Abkommen“ mit Einbußen um „den Standort zu erhalten“ und bejammerte bereits letztes Frühjahr nach der Streichung von bis zu 400 Arbeitsplätzen in Wien-Aspern hilflos die „Wortbrüchigkeit“ der Konzernzentrale. Begleitend wurden die raus geworfenen OpelianerInnen in altbekannter fatalistischer Manier mit Sozialplänen abgespeist.

Dieselbe Farce wiederholt sich nun auch dieses Mal. Einen Arbeitskampf um den Erhalt der Arbeitsplätze zieht der Betriebsrat abermals noch nicht einmal in Betracht, sondern zieht demgegenüber erneut schulterzuckend gleich die Sozialplan-Karte aus dem Talon.

Damit schrumpft das in den 1990er Jahre rd. 3.000 MitarbeiterInnen zählende Werk auf einen Restbestand von rund 600 Beschäftigten zusammen. Und das zudem noch vor dem Hintergrund, dass Opel im Sommer 2018 (also vor erst eineinhalb Jahren) mit 1 Mio. Euro seitens der Stadt Wien, die größte Unterstützung eines Einzelunternehmens seit zwei Jahrzehnten bekommen hat – um „den Standort zu erhalten“. Eine Stadtregierung von Rang, würde denn auch – nebenbei bemerkt – sofort die Investition zurückfordern (bzw. hätte sie schon seinerzeit an klare Beschäftigungsgarantien gebunden).

Diese abschüssige gewerkschaftliche Bahn zeigt bloß erneut: Eine tragfähige gewerkschaftliche Strategiebildung und kämpferische Gewerkschaftspolitik sind notwendiger denn je. Für eine solche Wiederverwandlung der österreichischen Gewerkschaften in Kampfinstrumente der Arbeitenden, bedarf es allem voran jedoch der unabdingbaren Stärkung der klassenkämpferischen Kräfte im ÖGB und den Betrieben sowie einer neuen Selbstermächtigung der Werktätige

Quelle:

KOMintern

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