Wir verurteilen den Angriff auf die Vereinslokale der DIDF und der VTID sowie weiterer demokratischer Kräfte durch türkische nationalistisch-faschistische Graue Wölfe in Wien. Trotz allem wird die DIDF ihren Kampf für Demokratie und Frieden, für Solidarität der Völker und die Einheit der arbeitenden Menschen, gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Faschismus ununterbrochen fortführen.

Die Angriffe der letzten Wochen waren nicht die ersten Angriffe auf unsere Organisation in Wien. Bereits am 1. Mai und auch in der darauffolgenden Zeit gab es ähnliche Angriffe. Bei allen Angriffen schrien die Angreifer „Allahu Akbar“ oder „Recep Tayyip Erdogan“. Somit ist klar, aus welcher Ecke die Angreifer stammen, was ihre Absichten sind und wer die Hintermänner der Angriffe sind.

Die AKP Regierung versucht die Menschen zu spalten!

Die AKP-Regierung versucht ähnlich wie in der Türkei auch in Europa mit rassistischen, antidemokratischen und autoritären Methoden einen Keil zwischen die türkeistämmigen Menschen zu treiben. Zu diesem Zweck wurden Hunderte von Geheimdienstmitarbeitern und Anhängern in Moscheen und in nationalistisch-chauvinistischen Vereinigungen und Vereinen positioniert und versuchen, die nationalistische-fundamentalistische AKP-Ideologie in Europa zu verankern und gegen Kritiker und demokratische Kräfte vorzugehen. Mit ihrer angeblich „im Interesse des Vaterlandes und der Nation“ geführten Politik füllen Funktionäre und Führer der AKP in Wahrheit ihre eigenen Kassen und verscherbeln das Land mit all seinen Reichtümern und Möglichkeiten an eine handvoll reicher imperialistischer Staaten und Konzerne. Die Leidtragenden sind die Werktätigen, die Arbeiter und Angestellten, Frauen, Minderheiten sowie das kurdische Volk. Und mit Angriffen gegen Kritiker im In- und Ausland versucht die AKP, diese Interessen des Kapitals ohne großen Widerstand umzusetzen und schreckt dabei auch nicht vor Gewalt gegen Menschen zurück.

Lasst uns die Provokationen vereiteln – und uns vereinen!

Dieser Angriff türkischer Nationalisten und Rassisten auf demokratische Organisationen führt aber nicht nur zu einer Spaltung innerhalb der türkeistämmigen Community, sondern ist gleichzeitig auch ein Angriff auf alle in Österreich lebenden Menschen. Er gefährdet das Zusammenleben aller Menschen. In diesem Zusammenhang ist auch das bloße Zuschauen der österreichischen Polizei während dieser hinterhältigen Angriffe nicht nachzuvollziehen.

Der seit Jahren bestehende institutionelle Rassismus in Behörden der Länder, in denen wir seit Jahrzehnten leben, dient ebenfalls nur dazu, die arbeitenden Menschen zu spalten. Die Angriffe der Grauen Wölfe und das bloße Zuschauen der österreichischen Polizei spielt nur in die Hände der rechten und rassistisch-faschistischen bestehenden Kräfte, die gebetsmühlenartig ihre Parolen wiederholen: „Ausländer tragen ihren Krieg auf unsere Straßen“. Erklärungen österreichischer Parteien haben diese Ideen in der Gesellschaft verankert.

Doch Europa ist der Lebensmittelpunkt vieler türkeistämmiger Menschen geworden. Millionen von ihnen versuchen, in diesen Ländern als Arbeiter und Werktätige ihre Zukunft aufzubauen. Jedoch sind sie von Armut, Sozialabbau und rassistischer Politik stärker betroffen. Der türkische Staat missbraucht diese Umstände für eigene Propagandazwecke und spielt gleichzeitig die Rolle des angeblichen „Beschützers und Schutzpatrons der Türken im Ausland“. Deshalb fordern wir gleiche, soziale und politische Rechte für alle, die in Österreich leben und das Verbot aller faschistischen Strukturen, egal welcher Nationalität sie stammen.

Stärken wir den Kampf gegen Rassismus und Faschismus!

Wir, die Föderation der demokratischen Arbeitervereine DIDF in Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland und Frankreich sowie das Türkisch-Kurdische Solidaritätszentrum London (DAY-MER) führen den Kampf gegen Rassismus und Faschismus seit dem ersten Tag unserer Gründung und werden dies auch weiterhin tun. Wie bei den rassistischen Anschlägen oder Morden in Solingen, Mölln, Halle, Hanau oder Minneapolis sind wir genauso bei den Massakern von Sivas und Roboski auf den Straßen gewesen. Wir haben uns gegen imperialistische Kriege in Afghanistan, Irak oder Syrien stark gemacht. Gegen Arbeitslosigkeit, Armut, gegen Rassismus, für ein gleichberechtigtes und solidarisches Leben, dafür werden wir weiterhin kämpfen ohne die Religions- und ethnische Zugehörigkeit in den Vordergrund zustellen, gemeinsam in all den Ländern mit den einheimischen demokratischen Kräften.

Zugleich unterstützen wir die fortschrittlichen demokratischen Kräfte in der Türkei, die für eine Türkei des Friedens sind, für die Würde aller arbeitenden Menschen, sowie der Gleichberechtigung der Völker, Geschlechter und Religionen eintreten, statt das Land an eine handvoll Reicher und imperialistischer Mächten überlassen zu wollen.

Wir appellieren an alle demokratischen Kräfte, unseren gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und Faschismus überall zu stärken. Nur gemeinsam sind wir gegen jegliche Spaltungsversuche stark.

DIDF Deutschland

DIDF Österreich

DIDF Schweiz

DIDF Holland

DIDF Frankreich

Türkisch-Kurdischer Solidaritäts-Zentrum London (DAY-MER)

Quelle:

DIDF