Donnerstag, 27. Juli 2017
Solidaritätsanzeige

Türkei

Massaker in SurucWir dokumentieren eine Erklärung der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) zu den jüngsten Ereignissen in der Türkei:

Am 20. Juli wurden in der türkischen Stadt Suruç (kurdisch: Pirsus) bei einem mörderischen Terrorangriff mindestens 32 Menschen getötet und über 100 verletzt. Der Anschlag richtete sich gegen eine Demonstration von Jugendlichen, die sich am Wiederaufbau der vom „Islamischen Staat“ (IS) zerstörten Stadt Kobani (arabisch: Ain al-Arab) beteiligen wollten. Die türkische Regierung hat die barbarische Mörderbande IS seit langem in ihrem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung Nordsyriens und gegen die syrische Regierung in Damaskus unterstützt, weil es ihren eigenen Großmachtplänen nutzt. Dass das reaktionäre AKP-Regime jetzt Krokodilstränen über den Angriff vergießt und den Angehörigen der Opfer sein „Beileid“ ausgesprochen hat, ist der Gipfel der Heuchelei, zumal der Massenmord als Vorwand genommen wird, um den innertürkischen Bürgerkrieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung zu eskalieren. Nach Ansicht der türkischen Regierung sind die kurdischen Selbstverteidigungskräfte in Nordsyrien die „gefährlicheren Terroristen“ im Vergleich zum IS. Im Rahmen „antiterroristischer“ Operationen haben die Armee und andere Unterdrückungsorgane des türkischen Staates Stellungen der PKK und andere oppositionelle Organisationen angegriffen, Razzien durchgeführt und dabei in Istanbul eine weitere junge Aktivistin ermordet. Die PKK sieht sich gezwungen, in Reaktion auf die Aggression Ankaras den Waffenstillstand mit der türkischen Regierung für hinfällig zu erklären. Auch die deutsche Regierung trägt eine große Verantwortung für die Kriegspolitik in der Region und den türkischen Staatsterror, nicht zuletzt indem sie das türkische Regime unterstützt und in riesigem Umfang mit Waffen beliefert.

Weltbund der demokratischen JugendWeltbund der demokratischen JugendJugendliche aus aller Welt wollten sich in dieser Woche am Wiederaufbau der durch die Terroristen des »Islamischen Staats« zerstörten, hauptsächlich von Kurden bewohnten Stadt Kobane im syrischen Grenzgebiet zur Türkei beteiligen. Diese Unterstützung wurde am Montag während einer Pressekonferenz im Kulturzentrum Amara in Suruç durch einen Bombenanschlag im Blut erstickt, der Dutzende Menschenleben forderte. Als Urheber des Attentats werden die IS-Banden vermutet.

Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung eine Erklärung des Weltbundes der demokratischen Jugend (WBDJ):

Der WBDJ verurteilt den mörderischen Angriff in der türkischen Stadt Suruç. Der Angriff führte zu mindestens 28 Toten und mehr als 100 Verletzten, die Mehrzahl von ihnen Studierende.

Trauer um Opfer des Anschlags. Foto: SGDF / FacebookTrauer um Opfer des Anschlags. Foto: SGDF / FacebookBei einem Anschlag in der Stadt Suruç im Südosten der Türkei sind am Montag zahlreiche Teilnehmer einer Versammlung der Föderation der Sozialistischen Jugendverbände der Türkei (SGDF) ermordet worden. Es handelte sich offenbar um eine Gruppe von insgesamt mehreren hundert jungen Menschen, die wenige Stunden später die Grenze nach Syrien überschreiten wollten, um sich am Wiederaufbau der kurdischen Stadt Kobanê zu beteiligen. Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete, forderte das Attentat zwischen 30 und 50 Todesopfer. Als Urheber des Verbrechens werden die Terroristen des »Islamischen Staates« vermutet.

www.tkp-online.orgwww.tkp-online.orgWir dokumentieren nachstehend den Aufruf der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) zum 1. Mai 2015. Es handelt sich hierbei um die unter der Internetadresse www.tkp-online.org erreichbare Organisation, nicht um eine der anderen, unter gleichem oder ähnlichen Namen agierenden Parteien.

Arbeiter, Werktätige, Bauern, Intellektuelle, Frauen, Jugendliche, Soldaten – Kinder des werktätigen Volkes, Studenten und Schüler:
Die Kommunistische Partei der Türkei spricht zu euch… hört zu!

Die Türkei begeht den 1. Mai 2015 unter außerordentlichen Umständen. Das Land ist an einer Wegscheide. Entweder: ein Aufstieg des Klassenkampfes in Richtung Demokratisierung, oder: die Institutionalisierung der Repression, des Terrors und der Kriegspolitik der herrschenden Klassen. Es liegt in unseren eigenen Händen, die Richtung, die wir an dieser Wegscheide einschlagen werden, zu bestimmen.

Europakonferenz der türkischen Kommunistischen ParteiEuropakonferenz der türkischen Kommunistischen ParteiDie diesjährige Konferenz der Kommunistischen Partei (KP) der Türkei fand unter der Beteiligung der Delegierten aus europäischen Ländern und Deutschland vom 25. bis 26.10.2014 in Darmstadt statt. Im Vorfeld einer am 8. November stattfindenden Programm- und Statut-Konferenz in der Türkei konnten die Delegierten aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Holland und von der iberischen Halbinsel die Neuorganisation der Partei in Europa sowie die Methoden zur wirksameren und breiteren politischen Arbeit diskutieren. Die Konferenz, an der neben den 50 Delegierten auch Aydemir Güler, Mitglied des ZK der KP, und einige geladene Gäste teilnahmen, wurde durch Vorträge zur »Positionierung unserer Klasse im Kampf für Frieden im Angesicht der weltweiten Aggression des Imperialismus« sowie über »Unser Kampf gegen Revisionismus, Reformismus und Opportunismus in der Arbeiterbewegung« bereichert.

Gründungskongress der neuen türkischen Kommunistischen Partei. Foto: Deutschlandkomitee der KPGründungskongress der neuen türkischen Kommunistischen Partei. Foto: Deutschlandkomitee der KPWir dokumentieren nachstehend ein Dokument der in der Türkei neugegründeten Kommunistischen Partei (KP), die aus der Spaltung der bisherigen Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) hervorgegangen ist. Die Beschreibung der Vorgänge erfolgt dezidiert aus der Sicht dieser Strömung. Der zweite Flügel, der im nachstehenden Text lediglich als »Clique« bezeichnet wird, hat sich in der »Halkın Türkiye Komünist Partisi« (HTKP) zusammengeschlossen. Von dieser Fraktion liegt uns bislang leider keine Stellungnahme vor. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Leserinnen und Leser in der Lage sind, aus dem nachstehenden Text ihre eigenen Schlußfolgerungen zu ziehen.

In der kommunistischen Öffentlichkeit ist es weltweit bekannt geworden, dass die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) seit einigen Monaten mit einer internen Krise zu kämpfen hatte. Es war sicherlich nicht zu übersehen, dass diese interne Auseinandersetzung nicht nur die politische Aktivitäten der TKP in der Türkei, sondern auch im internationaler Ebene zum Stocken gebracht hat.

Wahlberichterstattung bei Hayat TVWahlberichterstattung bei Hayat TVDie Sensation ist ausgeblieben – der bisherige Regierungschef der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, wird neuer Präsident des Landes zwischen Europa und Asien. Wie der linke Fernsehsender Hayat TV nach Auszählung von 95,8 Prozent der Stimmen berichtet, konnte Erdogan 51,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und muss sich somit keiner Stichwahl stellen. Auf dem zweiten Platz folgt der gemeinsame Kandidat der kemalistischen CHP und der faschistischen MHP,  Ekmeleddin Ihsanoglu, der 38,7 Prozent erreichte. Knapp zehn Prozent entfielen auf den linken Vertreter  Selahattin Demirtas.

Gegen die Herrschaft der Räuber!Gegen die Herrschaft der Räuber!Premierminister! Nicht nur das Geld in deiner Tasche, sondern auch deine Hände sind blutig!

Du bist der Exekutant der wuchernden Arbeitermorde im Land, zuletzt des Massakers in Soma! Du bist der dunkle und schmutzige Besitzer von in Schuhschachteln gelagerten, in Villen deines Sohnes gestapelten Abermillionen, deren Ursprung unbekannt ist! Du bist der Dirigent der blutsaugenden Kapitalkreise in unserem Land,  für deren Interessen du die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und Werktätigen verschlechtert hast!

Unser Autor, Cemil Fuat Hendek, ist Redakteur der soL, der Zeitung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP)Unser Autor, Cemil Fuat Hendek, ist Redakteur der soL, der Zeitung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP)282 Tote, 85 Verletzte – Das sind die offizielle Zahlen, an die keiner mehr glaubt. Denn das Unglück in der Kohlenmine in Soma in der Türkei passierte gerade während des Schichtwechsels, als sich 800 bis 1000 Kumpel in den Schachtanlagen befanden – auch hier werden keine konkrete Zahlen angegeben.

Der Minister für Energie und Versorgung, Taner Yildiz, dementierte energisch, dass sich ein 15-jähriges Kind und eventuell weitere Minderjährige unter den in Flammen begrabenen Kumpeln befindet. Er stand mit der gesammelten bürgerlichen Journaille vor dem Eingang der Mine und sorgte dafür, dass die Zahl der draußen liegenden Toten nicht 50 bis 60 übersteig. Erst nachdem diese weggefahren wurden, brachte man weitere Tote, die innerhalb des Eingangsbereichs gesammelt wurden, nach draußen. Es wurde aufgepasst, dass  keine große Beerdigung stattfindet, die eventuell zu einem großen Protest heranwachsen könnte. Die Toten gab man den Verwandten zusammen mit dem Befehl, sie sofort wegzubringen und schnellstens zu beerdigen.

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