Der Entertainer Harry Belafonte, 85, hat »große Sympathien« für die weltweite »Occupy«-Bewegung: »Ich bin fast zwangsläufig auf der Seite der Leute, die auf die Straße gehen und ein Unbehagen formulieren. Sei dieses Unbehagen auch noch so konfus«, sagte Belafonte dem ZEITmagazin. Seine Frage an Wirtschaftsexperten laute: »Wie wollt ihr euer System von Angebot und Nachfrage aufrechterhalten, wenn ihr euch nicht um die Leute kümmert, die am Ende die Produkte kaufen sollen? Wir brauchen ein System, das die niedrigen Einkommen an den Gewinnen der globalen Finanzspekulation beteiligt.« Als Mittel zur Durchsetzung dieser Ziele glaube er an die Kraft der Straße: »Ich glaube an keine andere Macht. Alle Macht der Welt liegt auf der Straße.«

Seine politischen Vorstellungen habe vor allem Martin Luther King geprägt, mit dem er eng befreundet war. Bei ihren Begegnungen sei es oft »um die komischen Seiten der Politik« gegangen. Martin Luther King sei »sehr lebensfroh« gewesen: »Ich habe Martin einige leichte Seiten des Lebens nähergebracht«, sagte Belafonte. »Bei mir konnte er entspannen. In meinem Schrank stand immer eine Flasche Harveys Bristol Cream, ein süßer Sherry. Die war für ihn reserviert. Und daran nippte er dann immer ein bisschen. Eigentlich war er ja ein strikter Antialkoholiker.«

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