Den nachstehenden Beitrag haben wir aus der deutschsprachigen Online-Ausgabe der kubanischen Tageszeitung Granma übernommen.

Das Nationale Institut für Menschenrechte in Chile (INDH) hat über die hohe Zahl von Opfern brutaler Repression durch Polizisten während der Proteste in diesem Land berichtet, heißt es bei Hispantv.

Die Organisation verlautbarte am gestrigen Dienstag, dass 3.765 Chilenen, darunter 439 Frauen und 282 Mädchen, Jungen und Heranwachsende von der Nationalen Polizei verletzt worden seien.


In ihrem Bericht erklärte sie auf der Grundlage von Zahlen, die in Gesundheitszentren und Polizeistationen gesammelt wurden, 445 Menschen hätten Augenverletzungen erlitten, von denen 34 so schwer seien, dass sie teilweise zu völligem Sehverlust geführt hätten.

Das INDH hat 2.122 Fälle von Verletzungen durch Schüsse mit Kugeln oder Pellets sowie 271 Fälle von Verwundungen durch Tränengaspistolen registriert.

Laut besagter Organisation wurden bislang 1.312 Klagen gegen Polizisten eingereicht, davon 195 wegen sexuellen Missbrauchs und 925 wegen Folter und Misshandlung. Sie berichtete auch, dass seit dem Ausbruch der sozialen Unruhen in Chile landesweit 869 Prügelvorfälle registriert worden seien, von denen Polizisten für 93 %, das Militär für 4 % und Ermittlungsbeamte für 3 % die Verantwortung trügen.

Die chilenische Polizei ignorierte jedoch die Kritik von Menschenrechtsorganisationen und berichtete von einem Plan, Anti-Aufruhr-Schusswaffen als Option gegen die Demonstranten einzusetzen, die im kommenden März auf die Straße zurückkehren wollen.

Die Proteste in Chile hatten am 17. Oktober 2019 mit der Ablehnung der neoliberalen Politik der Regierung von Präsident Sebastián Piñera begonnen. Außerdem forderten sie den „Rückzug der Streitkräfte in ihre Kasernen, den Rückzug des Kongresses von allen Gesetzen, die gegen das chilenische Volk gerichtet sind, und eine neue Verfassung auf dem Wege einer verfassunggebenden Versammlung“.

Quelle:

Granma Internacional