Rede des Präsidenten der Republik Kuba, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, per Videokonferenz beim Treffen der Staats- und Regierungschefs 30 Jahre nach der Gründung des Sao Paulo Forums am 28. Juli 2020, „62. Jahr der Revolution“

(Übersetzung der stenografischen Version der Präsidentschaft der Republik)

Liebe Nicolás, Daniel, Rosario und Mónica;
Brüder und Schwestern der politischen Kräfte, die diese Videokonferenz mit Interesse verfolgen,

mich begleiten hier Compañero José Ramón Machado Ventura, zweiter Sekretär des Zentralkomitees unserer Partei, und Compañero Bruno Rodríguez, Außenminister der Republik Kuba und Mitglied unseres Politbüros.

Danke, Daniel, für Ihre Worte! Vielen Dank, Maduro, für Ihre Worte, für das Buch und für das wunderbare Video über Chávez!

Vor dreißig Jahren ließen die Vorboten der Verzweiflung, die Enthusiasten des Marktes, die Sprecher des angeblich einzigen Denkens die Welt glauben, dass die Geschichte beendet wäre.

Und hier sind wir, die unerbittlichen Verteidiger der Hoffnung und einer anderen möglichen Welt, die 30 Jahre einer Umarmung feiern, die bereits in die Geschichte eingegangen ist.

Heute feiern wir den 30. Jahrestag des Sao Paulo Forums, einer Idee, die aus Fidels politischem Genie und der Initiative eines außergewöhnlichen Protagonisten dieses Einheitsbestrebens hervorgegangen ist: Bruder Lula, ehemaliger Präsident und Führer der brasilianischen und lateinamerikanischen Linken.

Als die Sowjetunion und das osteuropäische sozialistische Lager sich auflösten und ihre Totengräber begannen, die libertären Ideen der Linken auf dieser Seite der Welt zu begraben, war die Schaffung des Forums von Sao Paulo für das Schiff, das abzudriften drohte, wie ein Ruderschlag.

Die revolutionären, fortschrittlichen und demokratischen politischen Kräfte Lateinamerikas und der Karibik kamen in diesem Raum der legitimen Abstimmung und des Aufbaus der Einheit der Linken zur Emanzipation und Integration unserer Völker gegen die Monroe-Doktrin und ihre Verbündeten auf dem Kontinent zusammen.

Der Marsch der Geschichte konnte nicht gestoppt werden. Die sozialistischen Ideale blühten im Hinterhof des Imperiums mit ihrer eigenen Persönlichkeit und Stärke auf, und heute ist es gerecht, Compañero Lula und die Führer der brasilianischen Arbeiterpartei für ihre Leistung an der Spitze des Exekutivsekretariats des Sao Paulo Forums anzuerkennen.

Diese Veranstaltung ermöglicht es uns auch, für die ständigen Unterstützung des Sao Paulo-Forums für das kubanische Volk und insbesondere für die Solidaritätskampagne für die Aufhebung der Blockade gegen Kuba zu danken, die in diesem Jahr durchgeführt wurde.

Dieses virtuelle Treffen fällt mit dem 66. Geburtstag eines engen Freundes Kubas zusammen, den Fidel als den besten Freund Kubas und aller kämpfenden Völker bezeichnete, Comandante Hugo Rafael Chávez Frías, der uns 2012 auf dem Sao Paulo Forum einlud, „ohne Angst den Grundstein für die Befreiung Südamerikas, Lateinamerikas, der Karibik und der Welt zu legen“.

Chávez' unbesiegbares Beispiel ruft uns nun dazu auf, den Kampf mit Entschlossenheit und Optimismus fortzusetzen, davon überzeugt, dass es keine Hindernisse gibt, so schwierig sie auch erscheinen mögen, die unsere vereinten Völker nicht überwinden können, wie Venezuela, Nicaragua und Kuba heute beweisen.

„Ärzte und keine Bomben“, sagte Fidel eines Tages und reagierte damit auf den lächerlichen Versuch des Imperiums, die Völker mit Kriegen und Interventionsdrohungen gegen 60 oder mehr „dunkle Ecken der Welt“ zu unterwerfen.

Und heute erleben wir die Bestätigung seiner Worte inmitten des komplexesten menschlichen Dramas auf dem Planeten in Echtzeit.

Nicht einmal die mächtigsten und ausgefeiltesten Waffen konnten die Pandemie des neuen Coronavirus beenden. Im Gegenteil, das wahre und anti-humane Wesen des Kapitals ist jetzt sichtbarer und erschreckender geworden, mit der Erhöhung des Marktes und seinem unkontrollierten Aufstieg unter den rücksichtslosen Regeln des Neoliberalismus: Regierungen, die hilflos dem Zusammenbruch ihrer Gesundheitssysteme gegenüberstehen, unfähig dazu, Millionen von Leben zu retten, selbst diejenigen, die sich außer Gefahr glaubten im mächtigen Imperium des aufgebrachten und brutalen Nordens, der uns verachtet.

Die Region Amerika ist heute das traurige Epizentrum der Pandemie. Die neoliberalen Maßnahmen vieler Regierungen, die entschlossen sind, den Markt statt Menschenleben zu retten, hindern uns daran, vorherzusagen, wann die Krankheit endgültig unter Kontrolle gebracht werden kann. Die Ausbreitung des Virus ist eine Tatsache, wenn man bedenkt, dass die erste Million der Fälle in 96 Tagen erreicht wurde und die letzte in nur 16 Tagen. Die neoliberalen Paradigmen sind völlig in Verruf geraten. Ob sie es wollen oder nicht, ob ihre gläubigen Anhänger es akzeptieren oder nicht, die Geschichte ihres wirtschaftlichen Experiments geht zu Ende oder die menschliche Existenz wird noch weiter gefährdet.

Angesichts des unbestreitbaren Notstands, den die Pandemie für alle mit sich gebracht hat, hat die Regierung der Vereinigten Staaten ihre hegemonialen Pläne für die Region nicht gestoppt. Sie hat die Monroe-Doktrin und den McCarthyismus reaktiviert, die Einmischung sowie die Androhung von Gewalt verstärkt und die Justizialisierung der Politik gegen linke und fortschrittliche Führer und Organisationen gefördert.

Während täglich Tausende auf dem Territorium des Imperiums sterben, üben die derzeitigen Bewohner des Weißen Hauses ständigen Druck auf die Regierungen aus, die nicht mit ihnen übereinstimmen, und werden von regionalen Lakaien unterstützt, die in ihrem Interesse tätig sind.

In diesem verabscheuungswürdigen Panorama stechen die interventionistischen und gegen das Völkerrecht verstoßenden Aktionen hervor, die der Imperialismus gegen die Bolivarische Republik Venezuela unternimmt und die wir mit derselben Heftigkeit verurteilen und ablehnen, mit der wir unsere Solidarität mit dem legitimen Bruderpräsidenten Nicolás Maduro Moros und der zivil-militärischen Einheit bekräftigen, die die Souveränität des Landes aufrechterhält.

Wir bekräftigen ebenfalls unsere Solidarität mit der sandinistischen Regierung und dem sandinistischen Volk, angeführt von Comandante Daniel Ortega, und lehnen die einseitigen Zwangsmaßnahmen ab, die Frieden, Wohlergehen, Gerechtigkeit und die Entwicklung des nicaraguanischen Volkes bedrohen.

Wir bekräftigen erneut unsere strikte Einhaltung der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Friedenszone, die im Januar 2014 von den lateinamerikanischen und karibischen Staats- und Regierungschefs in Havanna unterzeichnet wurde, und bekräftigen unser unerschütterliches Engagement mit der Ausrottung des Kolonialismus, um die Schulden bei den Völkern zu begleichen, die immer noch unter Kolonialstatus leben.

Liebe Brüder,

ich spreche im Namen des souveränen, revolutionären und solidarischen Kubas, das sich weder durch Verführung noch mit Gewalt unterwerfen lässt: des Vaterlandes von Martí, Fidel und Raúl.

Ich spreche im Namen eines heldenhaften und edlen Volkes, das sich seit 60 Jahren der grausamsten und genozidalen Blockade widersetzt, einer wirtschaftlichen, kommerziellen und finanziellen Belagerung, verschärft inmitten der Konfrontation mit der Pandemie durch unerbittliche und krankhafte Verfolgung, der größten Macht der Welt, die den Plan nicht aufgegeben, uns durch Hunger und Not zur Aufgabe zu zwingen.

Unter der Führung der Partei hat die Regierung unserer kleinen und blockierten Nation zusammen mit den politischen, Massen- und Sozialorganisationen und ihrem Volk COVID-19 unter Kontrolle gebracht und ist dabei, diesen Kampf zu gewinnen, ohne Vertrauensseligkeit aufkommen zu lassen.

Dieser Sieg, zu dem auch unser Engagement gehört, ihn in der Zeit nachhaltig zu gestalten, ist die Frucht des Willens eines sozialistischen Staates, der den Menschen im Mittelpunkt seiner Politik hat, mit einem kostenlosen und universellen Gesundheitssystem und der koordinierten und hingabevollen Intelligenz der Fachkräfte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Wissenschaften sowie der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie.

Nach mehr als vier Monaten aktiver Auseinandersetzung mit der Pandemie bedauern wir in Kuba den Verlust von 87 Menschenleben aufgrund dieser Ursache, aber es tröstet und ermutigt uns, dass kein Kind, keine schwangere Frau, kein Arzt und keine Mitarbeiter des Gesundheitswesens gestorben sind.

Unbestrittene Erfolge wurden dank des koordinierten Handelns unseres Gesundheitssystems und des Netzes wissenschaftlicher Institutionen im Land erzielt, das die gesammelten Erfahrungen aus 60 Jahren revolutionärer Wissenschaft und Medizin mit den von der Regierung getroffenen Maßnahmen verband.

Für die Post-Covid-19-Phase wurde eine Strategie verabschiedet, die es uns ermöglichen soll, nach und nach, schrittweise und asymmetrisch zur neuen Normalität produktiver und sozialer Aktivitäten zurückzukehren.

Das Politbüro der Partei hat in einer Sitzung unter dem Vorsitz seines Ersten Sekretärs, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, die Wirtschaftsstrategie gebilligt, um den negativen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen, uns zu erholen und ein angemessenes Maß an Entwicklung und Wohlbefinden für unser gesamtes Volk zu erreichen, ohne auch nur einen Bürger seinem Schicksal zu überlassen.

Wie ich kürzlich ausdrückte, scheinen diese Ergebnisse unseren Gegnern nicht zu behagen. Die Aggressivität der Regierung der Vereinigten Staaten gegenüber der Insel wächst ebenso wie ihre Pläne für eine politische und ideologische Subversion mit Maßnahmen zur Diskreditierung der kubanischen Führer und der Arbeit unserer Regierung, parallel zu den ständigen Versuchen, einen sozialen Ausbruch zu verursachen und oppositionelle Tendenzen innerhalb unserer Institutionen zu fördern.

Wir stehen sehr gut konzipierten und stark finanzierten Plänen gegenüber, mit beispielloser Wildheit und Straflosigkeit auf den verschiedenen Plattformen zu handeln, aus denen sich die komplexe zeitgenössische Medienszene zusammensetzt. Es überrascht uns nicht. Die Strategien der Manipulation, der falschen Darstellung der Realität und der Täuschung unterscheiden sich nicht von denen, die täglich angewendet werden, um die sozialen Kämpfer und die Völker unserer Region zu verwirren und zu demobilisieren.

Aber wir sind ein Volk der Linie von Fidel, das das Wort Kapitulation sehr früh aus seinem politischen Wörterbuch entfernt hat.

Wir kennen und konfrontieren den erklärten und aggressiven Feind, ohne den Kompass unserer politischen und sozialen Prioritäten zu verlieren, ohne auch nur einen Millimeter von der von Fidel und der Revolution gepflegten Solidaritätsberufung abzuweichen, mit Hilfe anderer Bruderstaaten, die, wie Che sagte, nach unseren bescheidenen Bemühungen verlangen.

Mittlerweile gibt es 45 Brigaden des Henry Reeve-Kontingents gegen Naturkatastrophen und schwere Epidemien, die in 38 Ländern und Außengebieten Zusammenarbeit leisten. 3.772 Mitglieder - darunter 2.399 Frauen - haben mehr als 250.000 Covid-19-Patienten behandelt und mehr als 8.000 Leben gerettet. Außerdem haben sich die bereits in 58 Ländern tätigen 28.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens den nationalen und lokalen Bemühungen zur Bekämpfung dieser Krankheit angeschlossen und bisher mehr als 83.268 Covid-19-Patienten behandelt und 13.636 Menschenleben gerettet.

Der Altruismus unserer Angehörigen der Gesundheitsberufe ärgert das Imperium, das, anstatt sich mit der ernsten Situation seiner infizierten Bürger zu befassen, eine Kampagne der Diskreditierung gegen die kubanische medizinische Zusammenarbeit auslöst.

Dieser nutzlose Krieg wird nicht in der Lage sein, des humanitäre Werk zugunsten des Lebens, das unsere Fachleute vollbringen, zu zerstören oder in Vergessenheit zu bringen, das die Bewunderung und Anerkennung von Millionen dankbarer Menschen auf der ganzen Welt weckt, weshalb von so vielen in der Welt die Bewegung für die Vergabe des Friedensnobelpreises an das Henry Reeve-Kontingent vorangetrieben wird.

In diesem Kampf ist die Zusammenarbeit zwischen der Bolivarischen Revolution von Venezuela, der Sandinistischen Revolution von Nicaragua und der Kubanischen Revolution, drei Revolutionen mit Regierungen, die sich voll und ganz der Rettung von Leben und dem Wohl ihrer jeweiligen Völker widmen, bemerkenswert. Drei Revolutionen, die es angesichts des brutalen Ansturms des Imperiums und der alliierten neoliberalen Rechten des Kontinents mit Integration und Entschlossenheit verstanden haben, sich zu verteidigen und unter sehr schwierigen Bedingungen die Unabhängigkeit, Souveränität und Würde des Vaterlandes von Bolívar und Chávez, von Sandino und Carlos Fonseca, von Martí und von Fidel zu bewahren.

Mit dieser Erfahrung wird bestätigt, dass nur Zusammenarbeit und internationale Solidarität die Menschheit vor dieser beispiellosen Krise in der Geschichte der Welt retten werden.

Die Präambel zum „Konsens unseres Amerikas“, ein Dokument, das aus den Kampferfahrungen des Sao Paulo-Forums hervorgegangen ist, ist dem Führer der kubanischen Revolution gewidmet und besagt: „Unter den unermesslichen Beispielen, die Fidel den Revolutionären Lateinamerikas und der Karibik als Vermächtnis hinterlassen hat, stechen zwei hervor, die entscheidend waren für die Kämpfe unserer Völker, unserer Parteien und Bewegungen. Dies sind die Einheit und der konsequente Internationalismus.“

Getreu seinem Erbe und angesichts der herausfordernden Realität, die wir erleben, baut das kubanische Volk weiterhin einen prosperierenden und nachhaltigen Sozialismus auf, unter der Prämisse dessen, was General Raúl Castro Ruz vorschlug: „Fidels ständige Lehre ist, dass es möglich ist, dass der Mensch in der Lage ist, die härtesten Bedingungen zu überwinden, wenn sein Wille zum Sieg nicht erlischt, er jede Situation richtig einschätzt und seine gerechten und edlen Prinzipien nicht aufgibt.“

Liebe Brüder,

von Kuba aus werden wir den unabhängigen und souveränen Weg fortsetzen, wobei das Volk der Hauptdarsteller ist. Es wird keine Pandemien, keine Blockaden, keinen imperialen Druck geben, die unseren Kurs ändern könnten.

Wir fordern die politischen Kräfte des Sao Paulo-Forums auf, sich gemeinsam mit sozialen und populären Bewegungen und den linken Intellektuellen zu mobilisieren, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Die wirkliche und endgültige Unabhängigkeit unseres Amerikas hängt vom Charakter, der Stärke und dem Grund unserer gegenwärtigen Kämpfe ab.

Wir werden zusammen mit dem Sao Paulo Forum fortfahren, zur Einheit und Integration Lateinamerikas und der Karibik beizutragen.

Die Geschichte wird von den Völkern gemacht, auch wenn andere sie aufschreiben. Es gibt kein Imperium, das ihr Ende bestimmen kann, solange Ketten zu brechen, Mauern abzureißen, Ausschlüsse und Missbräuche zu bekämpfen sind.

Für das Leben und die Unabhängigkeit unserer Völker; für das Erbe unserer Gründer, die uns gelehrt haben, dass es selbst unter schwierigsten Bedingungen immer möglich war, immer möglich ist und immer möglich sein wird, für die neuen Generationen von Fortführern, von der Maduro sprach, für die antiimperialistische Einheit, die die Taktik und Strategie des Sieges ist: Wir werden kämpfen, wir werden leben und wir werden siegen! (Beifall)

Quelle:

Granma Internacional


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